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Testbericht

Stefan Grundhoff, 28. September 2010
Doppelt hält besser: Den C-Max gibt es künftig in zwei Versionen - eher etwas sportlich oder als größeren Familienvan mit bequemen Schiebetüren und optionaler dritter Reihe.

Aus eins mach zwei, haben sich die Verantwortlichen bei Ford in Köln gesagt und von der neuen Generation des C-Max gleich zwei Versionen aufgelegt: einen kompakten fünfsitzigen Van wie bisher schon und den 14 Zentimeter längeren und fast sechs Zentimeter höheren Grand C-Max mit bis zu drei Sitzreihen und sieben Plätzen. Für Ford-Vertriebschef Wolfgang Booms ist der Split nur logisch: "Schon heute ist jedes vierte verkaufte Auto weltweit eines aus dem Kompaktwagen-Segment", rechnet er vor. "Und der Anteil steigt." Im Jahre 2013 werde bereits jedes zweite Auto ein Kompakter sein. Die neuen C-Max-Zwillinge seien denn auch "die Basis einer neuen Generation" von zehn völlig neu in Europa entwickelten Fahrzeugen, ergänzt Rainer Geschwentner, Programm-Manager der Baureihe. Das doppelte Mäxchen erweist sich denn auch schnell als mehr denn nur die Kopfgeburt einiger Vertriebsstrategen: Die beiden Autos bedienen durchaus unterschiedliche Bedürfnisse. Und das gut.

Der "kleine" C-Max hat weitgehend die Dimensionen seines Vorgängers beibehalten: 4,38 Meter Länge, 1,83 Meter in der Breite und 1,63 Meter Höhe. Das schwungvolle "Kinetic Design" der Kölner verleiht ihm eine durchaus sportliche Optik - die sich beim Fahren auch bestätigt: Der kompakte Minivan mit den vier konventionell öffnenden Türen lässt sich durchaus flott bewegen. Das eh schon gute Fahrwerk wurde noch einmal optimiert - zum Beispiel durch ein Torque Vectoring Control-System, durch das die Verteilung des Drehmoments auf der Antriebsachse nach Bedarf geregelt wird und das vor allem die Kurvenfahrten deutlich flotter und präziser macht. Dennoch ist der C-Max komfortabel gefedert - und auch bei den Abrollgeräuschen deutlich leiser geworden. Innen haben die Ingenieure auch beim "kleinen" C-Max schon einiges an praktischer Funktionalität eingebaut. So lassen sich die drei Sitze der zweiten Reihe einzeln umklappen und herausnehmen, die beiden äußeren sind (gegen Aufpreis und bei weggeklapptem Mittelsitz) längs und quer verschiebbar. Selbst nach vorne weggeklappt machen sie aus dem normalerweise 471 Liter fassenden Kofferraum einen komplett ebenen Laderaum von bis zu 1723 Litern Fassungsvermögen. Die Heckklappe öffnet sich schon in der Serienausstattung elektrisch und schwingt auch für größere Lademeister weit genug nach oben.

Innen setzen die Kölner auf wertige und angenehm anzufassende Materialien, die präzise verarbeitet sind. Die Sitze sind auch für ein breiteres Kreuz und längere Beine gut einstellbar. Man sitzt nicht drin wie in einem Schraubstock, hat aber auch auf Serpentinenstrecken einen ordentlichen Seitenhalt. Vor allem beim Cockpit sind die Innendesigner allerdings ein wenig über den Wahlspruch "Form folgt Funktion" hinausgeschossen. Das Lenkrad wirkt etwas überladen und das Rondell der Knöpfe und Bedienelemente über der Mittelkonsole macht zwar grafisch etwas her - intuitiv bedienbar ist es kaum. Wer C-Max fahren will, muss das Bedienhandbuch studieren und sich zumindest in den ersten Wochen der Eingewöhnung darauf konzentrieren, den richtigen Knopf erst zu finden und dann zu treffen. Bis zur B-Säule hinter den Vordertüren sind die beiden Mäxe innen wie außen nahezu identisch. Doch dann beginnen die entscheidenden Unterschiede. Zielt der C-Max vor allem auf den eher sportlichen Fahrer, der bei Bedarf auch schon mal Frau, Freunde und Gepäck mitnehmen will, so ist der Grand C-Max ein ausgesprochener Familien-Van.

Die 14 cm mehr Länge und der um ebenfalls 14 cm auf 2,79 Meter gestreckte Radstand kommen weniger dem Kofferraum denn den Passagieren zugute. Mit zwei Sitzreihen kommt der Grand C-Max auf ein Laderaumvolumen von 475 Liter - gerade mal vier Liter mehr als der C-Max. Und auch bei umgeklappten Rücksitzen sind mit 1742 Litern nur 19 Liter mehr unterzubringen als in dem kürzeren Modell. Hinter der optional bestellbaren dritten Sitzreihe sind selbst bis unters Dach gerade mal 79 Liter Stauraum.

Für gelegentliche Fahrten mit dem Nachwuchs und seinen Freunden taugen die Sitze hinten zwar so leidlich - aber der Kegelklub dürfte bei einem längeren Ausflug schnell kiebig werden. Immerhin ist der Einstieg nach ganz hinten beim Grand C-Max relativ einfach und komfortabel. Zum ersten Mal hat der C-Max praktische Schiebetüren. Das macht es nicht nur deutlich bequemer, den zappelnden Nachwuchs in den Kindersitzen zu fixieren - es verringert auf engen Parkplätzen auch die Gefahr von Beulen im eigenen oder fremden Blech. Der mittlere Sitz in der zweiten Reihe lässt sich absenken und gibt so einen Durchstieg frei. Die dritte Sitzreihe selbst lässt sich ohne viel Kraftaufwand mit einem Handgriff ausklappen. Anders als der C-Max fährt sich der Grand C-Max deutlich "vaniger". Man geht gelassener mit dem um, was die Straße so zu bieten hat. Dabei ist auch der große Max komfortabel und agil zu fahren. Mit dazu bei trägt eine deutlich erweiterte Liste von elektronischen Helfern, die Ford beiden Modellen gegen Aufpreis beipackt. Das reicht vom Einpark-Assistenten bis hin zur Berganfahrhilfe.

Unter der Haube arbeitet eine Reihe neuer Motoren, die ebenfalls entscheidend zu einem rundum gelungenen Paket beitragen. Vor allem die beiden neuen EcoBoost-Benziner sorgen für ausreichend Kraft auf den Antriebsrädern. Aus dem gleichen Grundmotor mit 1,6 Litern Hubraum holen die Ingenieure mit Turbo-Unterstützung und Direkteinspritzung einmal 110 kW/150 PS und einmal 132 kW/180 PS heraus - schon beim kleinen Booster genug, um sich mit einem Drehmoment von 270 Nm nie untermotorisiert zu fühlen. Bereits aus niedrigen Drehzahlen zieht er munter los und in weniger als zehn Sekunden beschleunigt er den Grand C-Max angenehm leise von 0 auf 100 km/h, bei 202 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht. Und das Ganze auch noch bei einem akzeptablen Durchschnittsverbrauch von offiziell 6,9 Litern. Inoffiziell ist der Bordcomputer meist anderer Meinung: Auf ersten Testfahrten zeigte er deutlich mehr denn acht Liter als Verbrauch an. Die Konkurrenz allerdings kann es durchweg auch nicht besser. Was fehlt und laut Ford so schnell wohl auch nicht kommt, das ist ein zumindest optionales Start-Stopp-System.

Der Basispreis für den C-Max mit 1,6-Liter-Benziner und 77 kW/105 PS liegt bei 18.600 Euro, der Grand C-Max ist jeweils 1500 Euro teurer. Unter der Ausstattungslinie Trend (dann ab 20.100 Euro) sollte man es aus eigenem Interesse allerdings nicht tun, denn sonst gibt's weder Radio noch Klimaanlage. Und es muss nicht immer Diesel sein: Durchaus empfehlenswert ist der 150 PS starke EcoBooster, der als Grand C-Max bei 23.100 Euro beginnt. Ein VW Touran mit einer vergleichbaren Leistung (aber ohne Schiebetüren) ist als 1.4 TSI ab 24.225 Euro zu haben, der Renault Scénic TCe 130 startet bei 21.800 Euro und Citroën ruft für den 156 PS starken C4 Picasso THP 155 gar 26.600 Euro auf.

Quelle: Autoplenum, 2010-09-28

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