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Testbericht

Mario Hommen/SP-X, 7. Juni 2016

Der zwischen Ende 2008 und 2015 angebotene Honda Jazz II ist auf deutschen Straßen eher selten anzutreffen. Dabei kann der clevere Kleinwagen mit seinen reichlich vorhandenen Talenten viel Überzeugungsarbeit leisten. Zumal er im Alter noch mit hoher Zuverlässigkeit punkten kann. Wohl deshalb werden selbst ältere Exemplare zu erstaunlich hohen Preisen angeboten.
 
Karosserie und Innenraum: Der Jazz II ist mehr als nur ein Kleinwagen. Dank des One-Box-Designs genießen Passagiere auf beiden Sitzreihen ein gutes Platzangebot fast wie in einem Van. Ein besonderer Trumpf des Jazz ist zudem der hochvariable Fond, der sich dank einer ausgefuchsten Rückbank-Falttechnik äußerst schluckfreudig gibt. Obwohl der Jazz nur 3,90 Meter kurz ist, passen hinten fast 1.400 Liter rein. Da muss sich mancher Mittelklassekombi geschlagen geben. Dank der klugen Rückbankkonstruktion bietet der Jazz zudem viele Nutzungsmöglichkeiten.
 
Vielfältig ist auch das Angebot an praktischen Ablagen, mit welchen der leicht futuristisch wirkende und dennoch funktionale Arbeitsplatz aufwartet. Obwohl hier Hartplastik dominiert, bietet das progressiv gestaltete Interieur einen durchaus wohnlichen Charme.
 
Motor und Fahrwerk: Bei den Antrieben hat der Jazz zwei konventionelle Motoren der Vernunft mit ordentlichem Leistungspotenzial im Angebot. Ob man sich für den 1,2-Liter-Benziner mit 66 kW/90 oder den 1,4-Liter-Otto mit 74 kW/100 PS entscheidet, ist fast schon einerlei. Ein spezieller Fall ist das für den großen Benziner angebotene automatisierte Schaltgetriebe i-Shift, welches zwar von Schaltarbeit entlastet, bei einem flotten Fahrstil allerdings mit unharmonischen Gangwechseln nerven kann.
 
Ausschließlich mit Automatik zu haben ist der recht seltene Jazz Hybrid. Hier arbeiten ein 65 kW/88 PS starker Benziner und ein 10 kW/14 PS leistender E-Motor zusammen. Kurzzeitig erlaubt der E-Antrieb auch rein elektrisches Fahren beziehungsweise hilft beim Segeln. Die von Honda proklamierten 4,5 Liter Normverbrauch wird man praktisch allerdings nur mit äußerster Gasfuß-Disziplin erreichen. Unterm Strich ermöglicht der Hybrid dennoch Praxisverbrauchswerte, die auf dem Niveau eines Dieselmotors liegen, ohne dabei mit Diesellärm und –abgasen zu nerven.
 
In Hinblick auf Lenkung und Fahrwerk gibt der Jazz ansonsten wenig Anlass zu ernster Kritik. Manch einer würde sich mehr Federungskomfort wünschen, anderen fehlt hingegen eine direktere Rückmeldung vor allem von der Lenkung. In der Summe bietet das Setup ein für den Autoalltag unauffällig guten Kompromiss.
 
Ausstattung und Sicherheit: In puncto Sicherheit ist der Jazz ein vorbildlicher 5-Sterne-Typ. ESP und sechs Airbags gibt es bereits in der Basisversion Trend, die unter anderem mit elektrischen Fensterhebern, einer Klimaanlage und einem CD-Radio aufwartet. Die Version Comfort bietet darüber hinaus eine Klimaautomatik. Wer noch Panoramaglasdach und Tempomat wünscht, sollte nach der gehobenen Ausstattung Elegance suchen. Die Topversion Exclusive bietet außerdem noch Ledersitze, auf die man angesichts der schicken Stoffbezüge allerdings verzichten sollte.
 
Qualität: Vor allem ob seiner Langzeitqualitäten kann der Jazz als Gebrauchtwagen überzeugen. Laut TÜV-Report 2016 ist er ein Mängelzwerg. Das gilt übrigens auch für den Vorgänger, der bei den TÜV-Checks ebenfalls nur wenige Schwächen zeigt. Vergleichsweise wenig Verschleißerscheinungen zeigt der Jazz in Hauptuntersuchungen unter anderem beim Fahrwerk. Allerdings gibt es eine Ausnahme: Die Bremsen können erstaunlich früh Probleme bereiten. Neben verrosteten Leitungen können auch die Bremsscheiben bereits nach wenigen Jahren verschlissen sein. Auch ein Blick auf die Auspuffanlage schadet bei älteren Exemplaren nicht, da diese im Alter Rost ansetzen. Dennoch: Insgesamt sorgt der Jazz selten für Verdruss.
 
Fazit
Viel Platz, hohe Variabilität und wenig Mängel – der Jazz ist ein besonders empfehlenswerter Kleinwagen. Abgesehen von Problemen mit den Bremsen überzeugt der Japaner mit vorbildlichen Langzeitqualitäten. Diese haben allerdings ihren Preis: Selbst ältere Exemplare sind kaum unter 5.000 Euro zu haben.

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Fazit
Als Neuwagen legte der von 2008 bis 2015 in Deutschland angebotene Honda Jazz in Hinblick auf die Verkaufszahlen eine durchwachsene Karriere hin. Als Gebrauchter ist der Japaner ob seiner vielen Qualitäten dennoch eine Empfehlung wert.
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: spot-press, 2016-06-07

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