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automobilmagazin, 2015-07-09



3.0 von 5

Testbericht

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SsangYong Tivoli Test: 15.490 Euro

Wieder ein koreanischer Hersteller, der sich mit preiswerten Autos und attraktivem Garantieversprechen auf den Weg zum Erfolg macht? Der SsangYong Tivoli im ersten Test – Fahrbericht SsangYong Tivoli 1.6 2WD.

Nach drei Jahren Entwicklungszeit präsentierte SsangYong auf dem Genfer Autosalon im März 2015 den Crossover Tivoli, der sich mit Kontrahenten wie dem Renault Capture, Nissan Juke, Mini Countryman und Opel Mokka zu messen hat. Nun sitzt man im neuen Tivoli. Er ist das erste unter der Führung des indischen Autoherstellers Mahindra, zu dem SsangYong seit 2010 gehört, entwickelte Fahrzeug. Drei Jahre Entwicklungszeit und 280 Millionen Euro Entwicklungskosten stecken drin. Und reichlich Ausstattung. Ein 7-Zoll-Monitor, eine Rückfahrkamera, eine TomTom-Navigation und ein beheizbares Lenkrad, alles da im Testwagen. Im Tivoli findet sich noch eine „echte“, nicht elektrische Handbremse. Kein Start-Stopp-System unterbricht den Motor bei der Arbeit. Keine Nachteile. Die Verstellung der Neigung des Vordersitzes geht allerdings etwas grob von der Hand. Die Vordersitze sind eher eng tailliert und bieten gut Seitenhalt. Darüber gibt es viel Platz über dem Kopf. Sowohl vorne als auch hinten. Im Fond haben die Beine gut Platz. Und der Platz dahinter, im Kofferraum? Die hohe Ladekante steht dem Koffer im Weg. Dafür passen 423 Liter Gepäck hinein.

Und in Fahrt? Die Handballen schmiegen sich am Lenkrad gut an die Knubbel auf der Höhe der rechten und linken Lenkradspeiche an. Gut mitgedacht. Überhaupt fährt sich der 4,20 Meter lange Tivoli ganz flott. Er liegt gut, tendenziell aber straff. Das rasch leichte Heck markiert die Grenzen, flankiert vom Aufstöhnen der Pneus und dem dann eingreifenden ESP. Der Langsamfahrkomfort holpert etwas, dafür hat man das Steuerrad mit nicht zu leichtgängiger Auslegung der Servos, wie öfter mal in asiatischen Autos der Fall, ganz ruhig in der Hand.

Eine Besonderheit in dieser Klasse ist, dass der Tivoli wahlweise mit Allradantrieb oder konventionellem Frontantrieb zu bestellen ist. Entweder mit Benzin- oder Dieselmotor. Zuerst steht nur der Benziner mit Frontantrieb im Angebot. Deshalb sitze ich genau in dem. Der Vierzylinder produziert spät aus 1,6 Liter Hubraum ein maximales Drehmoment von 160 Nm. Erst bei 4.600 Umdrehungen. Das tut er recht kernig, um darauf turbinenartig hochzudrehen. Bei 6.000 Umdrehungen arbeiten 128 PS, mit denen der Tivoli maximal 181 km/h schnell läuft. Der Vortrieb wird dabei entweder mit dem 6-Gang-Schaltgetriebe oder gegen Zuzahlung von 2.000 Euro mit der 6-Stufen-Wandlerautomatik vom japanischen Getriebeproduzenten Aisin verwaltet. Das Schöne am Tivoli ist, dass sich Automatik, Motoren und Allradantrieb frei miteinander kombinieren lassen. Der Diesel kostet 2.500 Euro Aufpreis. Der Allradantrieb, für den man 2.000 Euro verlangt, ist der des SsangYong Korando. Der war bis heute das erfolgreichste Modell der Marke in Deutschland. Betonung wohl auf: war, denn der neue Tivoli verspricht mehr Umsatz als der größere SUV.

Der Tivoli macht sich im Segment der kompakten Crossover-Modelle mit guter Ausstattung auf den Weg. Schon im Einstiegsmodell Tivoli Crystal gehören die in den drei Modi mal leichtere, mal direktere Servolenkung, das Audiosystem mit sechs Lautsprechern samt USB- und AUX-Anschluss. die manuelle Klimaanlage und sechs Airbags mit zur Serienausstattung. Sieben Airbags sind es im Quartz, der als einziger Tivoli mit der im Alltag wichtigen Gepäckraumabdeckung angeboten wird. Warum? Man rechnet bei SsangYong damit, dass sich rund 60 % der Kunden für diese Version entscheiden. Keine gute Antwort für Käufer, die das Basismodell Tivoli Crystal mit der Versicherung gegen Langfinger bestellen möchten. Der Tivoli Quartz 1.6 2WD steht schon mit 18.990 Euro statt der 15.490 Euro in der Preisliste und die beste Ausstattung Sapphire mit mindestens 22.490 Euro.

Tivoli-Fahren ist günstig und gut abgesichert. Zusätzlich zu den fünf Jahren Garantie gibt SssangYong fünf Jahre europaweite Mobilitätsgarantie bis 100.000 Kilometer Laufleistung. Der Allradantrieb und der 1,6 Liter-Dieselmotor, der 115 PS oder 300 Nm leistet, kommen im Herbst 2015 auf den Markt. 1.000 Tivoli sollen noch in diesem Jahr einen Käufer finden. (Lothar Erfert)

Testwertung
Quelle: automobilmagazin, 2015-07-09