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Testbericht

Stefan Grundhoff, 20. November 2020
Kia hat sein Modellprogramm in den vergangenen Jahren mächtig aufgefrischt. Jetzt ist der kompakte Stonic dran - der wird nach der Modellpflege noch etwas frischer. Ideal für alle, die bevorzugt in der City unterwegs sind und sich keine Sorgen machen wollen.

Kompaktklasse - das heißt bei vielen Kunden mittlerweile auch ein kompakter SUV. Die hohe Sitzposition gefällt, ein schicker Innenraum ist wichtig auch in diesen unteren Segmenten muss die Ausstattung passen. Kein Wunder, dass der 4,14 Meter lange Kia Stonic bei seinen Kunden beliebt ist. Das Platzangebot ist gut, die Ausstattung überzeugt und nach der jüngsten Modellpflege ist der kompakte Koreaner für viele noch etwas begehrenswerter geworden. Zugegeben, wirklich viel passiert ist gerade von außen optisch nicht, aber das neue Gesicht mit ebenso zeitgemäßen wie lichtstarken LED-Augen gefällt und man sieht bei Dunkelheit deutlich besser. Ein deutliches Plus gibt es nicht nur durch die neuen Sicherheitsmodule, sondern auch für das neue Navigationssystem, das sich Kia mit 1.160 Euro bezahlen lässt und auf den wenig eingängigen Namen UVO Connect hört. Dabei gibt es nicht nur einen größeren Bildschirm (acht statt bisher sieben Zoll Diagonale) und eine bessere Sprachbedienung, sondern auch eine spezielle Cloudanbindung. Bei längeren Strecken wird dabei unter anderem nicht nur das aktuelle Verkehrsgeschehen berücksichtigt, sondern auch Daten und Erfahrungswerte aus der Vergangenheit. Klappt prima, auch wenn die Sprachbedienung gerade abseits der Navigationsfunktionen bisweilen einmal etwas hakt.

Bei der Wahl des Antriebs kommt man um die Stonic-Topversion des 1.0 T-GDI mit 88 kW / 120 PS / 200 Nm kaum herum, denn der akustisch deutlich als Dreizylinder zu erkennende Motor ist genau richtig, um den Crossover artgerecht zu bewegen. Die Einstiegsversion mit dem 1,2 Liter großen Sauger mit überschaubaren 62 kW / 84 PS ist deutlich zu wenig des Guten. Jedoch bietet der kleinere Einliter-Turbo mit 74 kW / 100 PS kaum schlechtere Fahrleistungen als die 120-PS-Variante - zumindest als Handschalter. Am besten sieht es jedoch mit der 120-PS-Variante aus, die den gut 1,3 Tonnen schweren Fronttriebler gerade in Verbindung mit dem siebenstufigen Doppelkupplungsgetriebe überaus flott unterwegs sein lässt. An das Schnattern des ein Liter großen Dreizylinders muss man sich gerade bei niedrigen Geschwindigkeiten ohne nennenswerte Windgeräusche erst gewöhnen, doch die Fahrleistungen überzeugen. Aus dem Stand beschleunigt der Kia Stonic 1.0 T-GDI in 10,4 Sekunden auf Tempo 100 und ist wenn gewünscht bis zu 185 km/h schnell. Ab 160 km/h wird es auf der Autobahn jedoch laut und zunehmend zäh und der Hubraumzwerg kommt an seine spürbaren Grenzen.

Anders als die 100-PS-Version ist der stärkere der beiden Stonic 1.0 T-GDI mit einem 48-Volt-Bordnetz ausgestattet, das den Normverbrauch nennenswert senkt. So liegt der Normverbrauch mit 4,7 Litern Superkraftstoff auf 100 Kilometern gerade in der Innenstadt deutlich unter dem des schwächeren SUV-Zwillings. Der Grund liegt insbesondere am Mildhybridsystem mit integriertem Startergenerator, der den Verbrenner beim Beschleunigen aus niedrigen Tempi unterstützt und für eine maximale Rückgewinnung der Bremsenergie sorgt, was Kraftstoff einspart. Im Teillastbetrieb schaltet sich daher nahezu unmerklich der Verbrennungsmotor aus und der Stonic rollt gleichmäßig vor sich hin, um sich bei Bedarf ebenso unbemerkt wieder ins Geschehen einzuschalten. Das Fahrverhalten ist so unaufgeregt, wie man es erwartet darf. Optisch könnte der Stonic gut größere Räder vertragen. Jedoch gibt es abhängig von der Ausstattungsvariante nur 15- bis 17-Zoll-Reifen, die einen ordentlichen Restkomfort bieten. Gut ist die Rückmeldung von der Lenkung und auch die Bremse sorgt beim Fahrer für Vertrauen, auch aus hohen Geschwindigkeiten sachgerecht zu verzögern. Allein das Geräuschniveau im Kia Stonic könnte nicht nur bei hohen Geschwindigkeiten geringer sein.

Der Innenraum hat sich abgesehen vom auf acht Zoll gewachsenen Multifunktionsbildschirm kaum merklich verändert. Nach wie vor stören in den Türen vorn wie hinten große Hartplastikanteile, die auch in der Klasse eines günstiges Kompakt-SUV nicht mehr sein müssen. Besser sind die gut konturierten Sitze mit etwas grobschlächtiger Höhenverstellung. Das Platzangebot passt in erster Linie vorn, während es hinten für Erwachsene klassenbedingt enger zugeht und man daher in erster Linie Kinder und Jugendliche transportieren sollte. Der 352 Liter große Laderaum lässt sich durch Umlegen der Rückbank auf bis zu 1.155 Liter erweitern. Fehlt nur eine elektrische Heckklappe, die jedoch nicht einmal gegen Aufpreis zu bekommen ist.

Mit schlapper Ausstattung geht es für die 84 PS starke Basisversion des Kia Stonic Edition 7 bei günstigen 16.230 Euro los. Besser ist der Stonic Platinum in der 120-PS-Variante, denn diese bietet für 26.514 Euro unter anderem LED-Scheinwerfer, 17-Zoll-Alufelgen, Teilleder, schlüsselloser Zugang, Navigationssystem und verschiedene Assistenzsysteme wie Abstandstempomat, Querverkehr- / Totwinkelwarner und Spurwechselwarnung. Und nach wie vor ein satter Vorteil: die sieben Jahre Garantie bei Kia auf alle Modelle.
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Technische Daten
Antrieb:Front
Getriebe:Siebengang-Doppelkupplung
Motor Bauart:Dreizylinder mit Turboaufladung
Hubraum:998
Preis
Neupreis: 16230 € (Stand: 2020-11-20)
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: Autoplenum, 2020-11-20

Getestete Modelle
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