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Testbericht

2. August 2016
Haar, 3. August 2016

Neuigkeiten von Volvo? Da denken die meisten von Ihnen sicher an die großen neuen Modelle wie den XC90, den V90 und den S90. Etwas untergegangen ist dagegen, dass der schwedische Hersteller auch den V40 Cross Country überarbeitet hat. Es war also höchste Zeit, auch dieses Crossover einmal auszuprobieren. Ob der Volvo eine Alternative in der umkämpften Kompaktwagenklasse ist? Unser Test verrät ihnen die Stärken und die Schwächen des Schweden.

Dezente Optik-Überarbeitungen
Die Überarbeitung beschert dem V40 Cross Country subtile Design-Updates: An der Front spendierte Volvo einen neuen Grill und die schicken LED-Scheinwerfer im "Thors Hammer"-Design (serienmäßig ab der Linie "Momentum"). Ansonsten blieb alles beim Alten und gegenüber dem normalen V40 fährt der Cross Country die typischen Crossover-Elemente spazieren: 40 Millimeter mehr Fahrzeughöhe, zwölf Millimeter mehr Bodenfreiheit, eine eigenständige Heckschürze, ein Unterfahrschutz und anders geformte Türschweller. Wirklich vom Hocker haut uns das nicht. Dafür aber (natürlich neben den neuen Scheinwerfern) die 18-Zoll-Felgen "Metallah" für 1.500 Euro Aufpreis, die neue "Amazon Blau"-Lackierung und die ebenfalls neuen Karomuster-Sitzbezüge namens "City Weave", die die unerreicht langstreckentauglichen Sitze umhüllen.

Toller Innenraum im Ikea-Stil
Doch der Innenraum hat nicht nur gemütliche und schick verkleidete Sitze zu bieten. Nein, das gesamte Interieur ist wunderbar verarbeitet, nett gestaltet und einfach zu bedienen. Lediglich die Drehknopf-Tasten-Kombination in der Mittelkonsole, die den etwas klein geratenen Infotainment-Bildschirm, die Klimaanlage und alle anderen wichtigen Funktionen des Fahrzeugs steuert, benötigt ein wenig Eingewöhnungszeit. Danach kommt man aber prima mit dem System zurecht, das sich in die Ikea-Einrichtungslandschaft samt Echtholz fügt. Fragwürdig finden wir eigentlich nur die hellen Softtouch-Oberflächen in unserem Testwagen. Sie befinden sich an der Mittelarmlehne und an den Armlehnen in den Türen. Wie die nach 100.000 Kilometern voll Schweiß, Haut- und Stoffabrieb aussehen werden, möchten wir uns lieber nicht vorstellen.

Komfortabel und schnell, aber nicht sportlich
Mit dem optionalen Keyless-Drive-System (für 570 Euro) starten wir den derzeit stärksten Diesel unter der V40-Haube. Der akustisch stets präsente Selbstzünder sorgt mit seinen 190 PS und 400 Newtonmeter Drehmoment für einen kräftigen Antritt. Die 1.900 Euro teure Achtgang-Automatik (die Sie wirklich bestellen sollten) schaltet zügig und präzise hoch. In 7,5 Sekunden sind 100 km/h erreicht und laut Tacho ist sogar mehr als die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h drin - wenn die Autobahn frei ist. Ein sportliches Fahrverhalten sollten Sie trotzdem nicht erwarten, denn a) sind das Fahrwerk und die adaptive Lenkung (150 Euro) sehr komfortabel abgestimmt und b) ist unser V40 Cross Country mit einem Leergewicht von 1.635 Kilogramm einfach etwas zu schwer, um leichtfüßig um die Kurve zu gehen. Ein vergleichbarer Mercedes GLA ist da ganze 100 Kilogramm leichter.

Souverän auf der Bahn und gezügelt beim Verbrauch
Dafür hat der kompakte Volvo andere Qualitäten: Gerade bei hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn fährt er sich deutlich souveräner als die Konkurrenz. Es ist schön leise im Innenraum und man kann sich gerade bei längeren Fahrten prima von elektronischen Helfern wie der Geschwindigkeits- und Abstandsregelanlage (Teil des Fahrassistenz-Paket Pro für 1.980 Euro) unterstützen lassen. Dabei bleibt der Verbrauch trotz vieler Ausflüge an die 200-km/h-Marke sehr überschaubar: 6,8 Liter brauchten wir im Schnitt alle 100 Kilometer. Wenn Sie sich beherrschen können, ist aber auch ein Wert von unter sechs Liter drin.

Vernachlässigbare und schwerwiegende Kritik
Doch es ist nicht alles Gold, was in Amazon-Blau lackiert wurde: Der Kofferraum fasst lediglich 335 Liter und ist nur über eine sehr kleine Öffnung mit hoher Ladekante befüllbar. Das Drehmoment überfordert den Frontantrieb beiweilen während eines Kavalierstarts und bei der komfortablen Fahrwerksabstimmung kam die unausgewogene Hinterachse leider etwas zu kurz. Beim Verzögern fällt dazu die etwas schwer dosierbare Bremse auf. So weit, so gut, denn auch die Konkurrenz hat die ein oder andere Baustelle von gleicher Natur. Was beim V40 Cross Country allerdings gar nicht geht, ist elektronischen Ursprungs: Das große Problem (und das konnten wir bei mehreren Volvo-Fahrzeugen ausmachen) ist die Verkehrszeichenerkennung, die immer noch keine Ortsschilder erkennt. So kommt es vor - wenn Sie sich auf die Anzeige in Ihrem digitalen Kombiinstrument verlassen -, dass man trotz geschlossener Ortschaft noch mit 100 km/h unterwegs ist, oder man beim Verlassen der Gemeinde weiter mit 50 km/h über die Landstraße dümpelt. Ärgerlich, zum Teil gefährlich und deshalb sollten Sie das System lieber abschalten oder die Anzeige nicht für bare Münze nehmen. Bei unserem aktuellen Volvo-S90-Testwagen funktioniert die Verkehrszeichenerkennung übrigens etwas zuverlässiger.
 
Premium-Fahrzeug zum Premium-Preis
Sie werden es vielleicht mitbekommen haben, aber im Laufe des Tests haben wir viele auspreispflichtige Optionen erwähnt, die natürlich alle auf den Topdiesel-Basispreis von 35.530 Euro draufgerechnet werden müssen. Sie wollen noch ein paar Testwagen-Extras hören? Wie wäre es mit einer Smartphone-Kopplung samt Premium-Sound für 900 Euro, Wasser abweisenden Seitenfenstern für 110 Euro oder einer 1.150 Euro teuren Standheizung inklusive Timer? Ja, Volvo steht der deutschen Premium-Konkurrenz in Sachen Aufpreisliste in nichts nach und so bringt es unser Testwagen auf die stolze Gesamtsumme von 50.780 Euro. Nur zum Vergleich: Der bereits beim Gewichtsvergleich angeführte Mercedes GLA mit 177-PS-Dieselmotorisierung, Frontantrieb und Siebengang-DSG kostet mindestens 37.497 Euro. Und auch dieser lässt sich per Aufpreisoptionen locker auf einen Wert von über 50.000 Euro ausstatten.
Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Anzahl Gänge:8
Getriebe:Automatik
Motor Bauart:Biturbo-Diesel-Reihenmotor
Hubraum:1.969
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:4
Leistung:140 kW (190 PS) bei UPM
Drehmoment:400 Nm bei 1.750 - 2.500 UPM
Preis
Neupreis: 35.530 € (Stand: August 2016)
Fazit
Einen wirklich großen Patzer leistet sich der Volvo V40 Cross Country eigentlich nur bei der Verkehrszeichenerkennung. Ansonsten bekommen Sie für Ihr Geld ein sehr auf Komfort ausgelegtes Kompakt-Crossover mit souveränem Fahrverhalten auch bei hohen Geschwindigkeiten, einem toll gestalteten und wunderbar verarbeiteten Innenraum, einem schicken Design sowie einen sparsamen und kräftigen Diesel.+ schicke Optik, kräftiger Diesel, komfortables Fahrwerk, schöner Innenraum, geringer Verbrauch- hohes Gewicht, kleiner Kofferraum, stattlicher Preis, sporadisch arbeitende Verkehrszeichenerkennung
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-news, 2016-08-02

Getestete Modelle
Für diesen Testbericht sind keine passenden Modelle vorhanden.
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