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Testbericht

Marcel Sommer, 9. Dezember 2014
Aus dem Einzelkämpfer Discovery kreiert Land Rover mit dem Discovery Sport eine kleine Familie. Trotz Mittelklasse-Dimensionen gibt es sieben Sitzplätze und jede Menge Freizeitnutzen.

Anfang Oktober wurde er zum ersten Mal der Weltöffentlichkeit gezeigt. Aktuell versucht er sich im unwirklichen Gelände von Island zu ersten Tests und ab dem 28. Februar ist er auf Deutschlands Straßen zu sehen. Der neue Land Rover Discovery Sport zeigt sich schon auf den ersten Blick modern und alltagstauglich. Eine neue Mehrlenker-Hinterachse, ein neues, intuitives Infotainmentsystem und ein erstmals im SUV-Segment verbauter Fußgänger-Airbag sollen den ab 32.250 Euro Briten attraktiv machen - und es gelingt.

Dank seiner weiterhin kompakten Abmessungen ist er auch in seiner neuen Generation für die Stadt geeignet. Dabei muss gesagt werden, dass er von außen kleiner wirkt, als von innen. Zum einen liegt dies an den großen Fensterfronten und dem optionalen, riesigen Panorama-Glasdach. Zum anderen an seinem sehr windempfindlich kantigen Design. Mit seiner Länge von 4,59 Meter und seiner Breite von 2,17 Metern gestaltet sich die Parkplatzsuche noch in einem vertretbaren Rahmen - die 360-Grad-Rundumsicht und ein Einparkassistent greifen dem Fahrer dabei gern unter die Arme. Und auch der Einkauf findet im 829 Liter großen Kofferraum ausreichenden Raum. Werden die beiden aufpreispflichtigen Notsitze in der dritten Reihe genutzt, schrumpft der Platz zwar auf 194 Liter, doch können so insgesamt sieben Personen von A nach B transportiert werden. Wird lediglich die erste Reihe genutzt passen 1.698 Liter Gepäck hinein. Erst einmal in Fahrt kommen den Insassen vier Zwölf-Volt-Anschlüsse, sechs USB-Ladebuchsen sowie die InControl Apps-Lösung zu Gute. Letztere sorgt dafür, dass geeignete Smartphone-Apps direkt und intuitiv auf dem Acht-Zoll-Touchscreen bedient werden können. Insgesamt wirkt die Verarbeitung im Interieur sehr hochwertig.

Bis zu sieben bequeme Ledersitze, viel Elektronik und eine Karosseriestruktur aus hochfestem Stahl und Aluminium haben natürlich nicht nur Vorteile. So müssen im leeren Zustand schon 1.841 Kilogramm in Schwung gebracht werden. Bemerkenswert ist dabei jedoch die Tatsache, dass trotz des hohen Eigengewichts bis zu 734 Kilogramm zugeladen werden dürfen. Die zwei Tonnen Anhängelast des Si4 Benziners hingegen sind nicht gerade umwerfend. Wer mehr, in Zahlen 2,5 Tonnen, ziehen möchte, muss den 190 PS starken Dieselantrieb wählen - doch auf welchen typischen Großstädter mit SUV-Wunsch trifft das schon zu? Hier zählen normalerweise Sprintzeiten und Höchstgeschwindigkeit. Und da kommt wieder der 2,0 Liter große Vierzylinder-Benzinmotor mit seinen 240 PS für einen Preis ab 43.500 Euro ins Spiel.

Allerdings lassen die 199 Kilometer pro Stunde-Spitze keine Sport-Vorfreude aufsteigen. Bei den 8,2 Sekunden bis Tempo 100 und dem Spritverbrauch von 8,3 Litern sieht das schon etwas anders aus. Und auch das Neungang-Automatikgetriebe sorgt mit seinen kaum spürbaren Gangwechseln für gute Laune. Der Motorenklang fällt zwar harmlos aus, doch reicht der Vortrieb per permanentem Allradantrieb und dem fünfstufigen Terrain Response-System alle Male. Die Gasannahme dürfte allerdings im auswählbaren Sportmodus noch ein wenig reaktiver sein. Hier vergehen ein paar Gedenksekunden, bis die 340 Newtonmeter auf der Straße ankommen. Im Zusammenspiel mit der elektrischen Servolenkung, die über eine vertretbare Präzision verfügt und sehr leichtgängig ist sowie dem adaptiven MagneRide-Stoßdämpfer-System wird jede Fahrt zum komfortablen Kinderspiel. Selbst steile Bremshügel werden einfach weggebügelt. Etwas schade ist, dass ab rund 70 Kilometer pro Stunde starke Windgeräusche in den Innenraum eindringen, die durch die großen Seitenspiegel verstärkt werden. In der Stadt fällt das natürlich nicht ins Gewicht.

Mit 60 Zentimetern Wattiefe, von der dank des Wade Sensing-Systems auch tatsächlich Gebrauch gemacht werden kann, zeigt der Großstädter, dass auch er seinem Familiennamen keine Schande in puncto Offroadtauglichkeit macht. Der Tatsache geschuldet, dass die meisten Land Rover dann aber doch in Städten verkehren, haben sich die britischen Ingenieure etwas im SUV-Segment völlig Neues einfallen lassen: den Fußgänger-Airbag. Bei Geschwindigkeiten zwischen 24 und 48 Kilometer öffnet sich im Falle eines Unfalls innerhalb von 60 Millisekunden ein an der Basis der Windschutzscheibe montierter Airbag.
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Testwertung
4.5 von 5

Quelle: Autoplenum, 2014-12-09

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