Hörbuch für die Autofahrt - Maxwell Sim: Wenn nur noch das Navi zuhört

Testbericht
Wenn das Navigationsgerät zum einzigen Gesprächspartner geworden ist, dann ist man wohl wirklich allein. In der Hörbuchversion von Jonathan Coes Roman „Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim“ trifft genau das auf den Titelhelden zu. Während seiner Dienstreise-Odyssee in einem geliehenen Toyota Prius sind die Ansagen der Maschine die einzige Ansprache.
Ganz neu ist das Thema existentieller Einsamkeit in Zeiten ständiger Erreichbarkeit und umfassender Facebook-Vernetzung zwar nicht, was der Verlierertyp Maxwell Sim jedoch darüber aus der Ich-Perspektive zu erzählen weiß, gewinnt dem modernen Problem ganz neue tragikomische Seiten ab. Der Verkäufer in einem Warenhaus, von seiner Frau verlassen, von der Tochter ignoriert, startet einen neuen Job, der ihn von London an den nördlichsten Zipfel Großbritanniens führt. Dort soll er umweltfreundliche Designer-Zahnbürsten verkaufen
In Wahrheit schert er sich aber wenig um die Aufgabe und nutzt die Fahrt, sein verpfuschtes Leben zu reflektieren und die Stätten seiner Niederlagen abzufahren. Das ist gleichzeitig anrührend und komisch, schwermütig und leichtfüßig. Und dabei auch im stressigsten Stadtverkehr leicht zu hören, ohne dabei simpel zu sein. Vor allem die dramatische Wendung am Schluss wirft noch einmal alles über den Haufen, was man bis dahin zu wissen glaubte. (Jonathan Coe „Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim, gelesen von Stephan Schad u.a., 6 CDs, Jumbo Neue Medien & Verlag, Hamburg, 24,99 Euro)
Ein Roadmovie für die Ohren: Das Hörbuch „Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim“ ist deutlich unterhaltsamer als eine einseitige Unterhaltung mit dem Navigationsgerät. Und dass, obwohl es genau darum geht.
Ein Roadmovie für die Ohren: Das Hörbuch „Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim“ ist deutlich unterhaltsamer als eine einseitige Unterhaltung mit dem Navigationsgerät. Und dass, obwohl es genau darum geht.




























