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Testbericht

31. August 2004
München, 27. August 2004 – Bis vor kurzem war der stärkste Vierzylinder in der Mercedes C-Klasse dem Sportcoupé vorbehalten. Jetzt treibt das 192 PS starke Kompressor-Aggregat auch die Limousine an. Wir haben den schnellen Viertürer als C 230 K Elegance getestet. Elegantes Aussehen Über das Aussehen der Mercedes C-Klasse muss man nicht viele Worte verlieren, der Mittelklässler mit dem Stern sieht elegant aus, provoziert nicht mit Design-Experimenten und wirkt trotz des klassischen Auftretens recht sportlich. Im Modelljahr 2004 hat der beliebte Vertreter seiner Klasse eine leichte Überarbeitung bekommen. Auffälligstes Merkmal: Der Kühlergrill hat nur noch drei anstelle von vier Chrom-Streben. Außerdem wurde der Frontstoßfänger dynamischer gezeichnet. “230“: Das ist ein 1,8-Liter Am Heck geben die Signets „C 230“ und „Kompressor“ den Kennern preis, dass hier die Verfolgung wohl Mühe machen dürfte. Wer hinter der „230“ gemäß der jahrzehntelang gepflegten Mercedes-Nomenklatur allerdings einen 2,3-Liter-Motor vermutet, liegt daneben. Unter der Haube powert ein 1,8-Liter-Vierzylinder, der von einem Kompressor mächtig unter Druck gesetzt wird. Die Bezeichnung „230“ stammt daher, weil sein Leistungspotenzial einem herkömmlichen 2,3-Liter-Motor entspricht.

Tolle Extras in der Ausstattung Es gibt gegen Aufpreis ein DVD-Navigationssystem mit großem Farbdisplay, ein Harman-Kardon-Surround-Soundsystem mit zwölf Lautsprechern und einem wirklich brillanten Klang sowie eine Fülle weiterer Extras. Man wähnt sich vom Feeling her in einer E-Klasse. Neue Rundinstrumente Prima: Bei der Überarbeitung machte der antiquiert wirkende Halbkreis-Tacho, der dominant in der Mitte der Instrumente prangte, zwei klassischen Rundinstrumenten Platz. Das sieht elegant und schick aus. Was nicht fehlen darf, ist der markante Hebel vom Tempomat, der seit vielen Jahren den Mercedes-Fahrern die Gewissheit gibt, im richtigen Auto zu sitzen. Elegance mit Holz-Applikationen Beim Interieur zeigt sich der Mercedes von seiner besten Seite. Das Ambiente ist hochwertig. In unserem Testwagen verwöhnten Leder und Holz die Augen und die Tastsinne. Bei der Leistungscharakteristik des C 230 K könnte man sich durchaus auch Alu-Applikationen vorstellen, die in der Ausstattung Avantgarde dabei sind. Aber das ist Geschmackssache. Die Ledersitze sind bequem, lassen sich beheizen und bieten genügend Seitenhalt.

Leiser und kultivierter Motor Doch kommen wir zum eigentlich Neuen an diesem Auto: dem 1,8-Liter-Motor. Der Vierzylinder ist ein leiser Geselle. Von der Geräuschentwicklung und vom Sound her könnte er auch als Sechszylinder durchgehen, so leise und kultiviert gibt sich das Aggregat. Gleichmäßige Kraftentfaltung Die Kraftentfaltung ist eine sehr gleichmäßige Geschichte: Vom Start weg ist genügend Leistung da, die sich gewaltig und vor allem kontinuierlich steigert. So entsteht eine Sprintzeit von nur 8,2 Sekunden auf Tempo 100 und eine Spitze von 236 km/h. Dazu liefert die Fünfgang-Automatik den passenden Gegenpart. Im normalen Fahrbetrieb schaltet sie nahezu unmerklich. Cruisen macht genauso viel Spaß wie ein ambitionierter Fahrstil, da jederzeit genügend Kraft zur Stelle ist. Per Knopfdruck lässt sich ein Sport-Modus einstellen, bei dem die Automatik die Gänge höher dreht. Wer mag, kann das Getriebe auch sequenziell mit der Hand schalten, indem er den Hebel von links nach rechts oder zurück bewegt. Fahrwerk dürfte straffer sein Die Lenkung ist direkt und passt zum sportlichen Charakter, auch die zupackenden und gut dosierbaren Bremsen geben keinen Anlass zur Kritik. Das Fahrwerk allerdings würde man sich in rasant gefahrenen Kurven ein wenig straffer wünschen. Dafür bügelt es im normalen Fahrbetrieb Bodenunebenheiten nahezu faltenfrei weg.

Hoher Verbrauch bei rasanter Fahrweise Bei unserem Test schluckte der C 230 K im Schnitt 12,1 Liter Super Plus. Mercedes gibt den Gesamtverbrauch mit 8,9 Litern an. Die Differenz resultiert aus der Tatsache, dass unter Testbedingungen straffer gefahren wird, als vielleicht im Alltag. Sicherlich wird es möglich sein, den Werks-Wert zu erreichen, aber dann bleibt wohl auch eine Portion Fahrspaß auf der Strecke. Grundpreis: 31.784 Euro Der von uns getestete C 230 Kompressor hat einen Grundpreis von 31.784 Euro. Dazu kommen unter anderem 1.821 Euro für die Ausstattungslinie Elegance, 2.053 Euro für das Automatik-Getriebe, 1.850 Euro für die Lederausstattung und etwa 4.400 Euro für das Navigationssystem, den CD-Wechsler und das Logic7-Soundsystem. Unser Testwagen hätte mit allen Ausstattungsdetails etwa 50.500 Euro gekostet. Kaum Konkurrenz In dieser Klasse gibt es keine große Konkurrenz von PS-starken Motoren mit einem Hubraum unter zwei Litern. Zu erwähnen wären der Audi A4 1.8T mit 190 PS für einen Preis ab 29.150 Euro und der Volvo S60 2.0T mit 180 PS für 30.000 Euro.
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Technische Daten
Antrieb:Heck
Anzahl Gänge:5
Getriebe:Automatik
Motor Bauart:Reihenmotor
Hubraum:1.796
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:4
Leistung:141 kW (192 PS) bei UPM
Drehmoment:260 Nm bei 3.500 UPM
Preis
Neupreis: 31.784 € (Stand: September 2004)
Fazit
Der C 230 Kompressor ist ein echter Mercedes der Mittelklasse. Er wartet allerdings mit einem Leistungspotenzial und Komfort-Features auf, die ihn durchaus höher klassifizieren. Vor allem der kultivierte und durchzugsstarke Vierzylinder-Kompressormotor macht ihn zu einer bemerkenswerten Alternative zu hubraumgrößeren Mitbewerbern nicht nur aus den eigenen Reihen. Dass dieser Wagen auch einen hohen Preis hat, ist schade. Aber auch in der Mittelklasse sind Autos recht teuer geworden. Der satte Preis für den Mercedes lohnt sich allemal. (hd)

Quelle: auto-news, 2004-08-31

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