Rabatt-Studie - Preisdruck trotz stabiler Nachfrage

Testbericht
Trotz ordentlicher Neuwagennachfrage bleibt das Rabattniveau in Deutschland hoch. Im November waren die Autohersteller und -händler nachlassbereit wie im ganzen Jahr noch nicht, wie das Center of Automotiv Research an der Universität Duisburg-Essen ermittelt hat.
Vor allem die hohe Quote der sogenannten Eigenzulassungen drückt auf die Preise. Für das laufende Jahr erwarten die Wissenschaftler in dieser Hinsicht einen neuen Negativrekord: Rund eine Million Neuwagen werden demnach voraussichtlich auf Händler oder Hersteller angemeldet - 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders stark nutzen Opel, Nissan und Renault diese Strategie; bei ihnen gehen nur rund sechs von zehn Neuwagen an einen echten Kunden. Ziemlich immun gegen das Marketinginstrument zeigen sich hingegen BMW, Skoda und Ford, bei denen fast acht von zehn neuen Haltern echte Käufer sind. Über alle Hersteller hinweg lag die Eigenzulassungsquote zwischen Januar und Oktober bei 29,7 Prozent.
Die Zulassung auf Händler oder Hersteller macht einen Neuwagen ohne Qualitätsverlust zu einem jungen Gebrauchten, der zu einem günstigeren Preis verkauft werden kann. So gesehen handelt es sich um einen versteckten Rabatt, der den Verkauf unter Listenpreis ermöglicht, ohne das gesamte Preisgefüge einer Marke durcheinander zu bringen. Das CAR rechnet mit einem durchschnittlichen Nachlass von rund zehn Prozent. Einziger Nachteil für den Kunden: Er muss nehmen, was der Händler auf dem Hof hat, eine Zusammenstellung des Fahrzeugs nach eigenen Geschmack ist nicht möglich.
Kunden können sich darüber hinaus weiterhin über zahlreiche Sonderaktionen der Autohersteller freuen. Im November gab es insgesamt 407 Verkaufsförderprogramme, etwa Sondermodelle oder besonders günstige Finanzierungen, mit einem durchschnittlichen Preisvorteil von 13,4 Prozent. Einzelne Marken zeigen sich aber noch deutlich großzügiger. Citroen etwa bietet den auslaufenden C3 aktuell für 11.000 Euro an – 5.400 Euro unter Listenpreis. Das entspricht einem Rabatt von 33 Prozent. Auch Premiumhersteller geben auf einzelne Modelle üppige Nachlässe, etwa Volvo beim V40 (Leasing) oder Lexus beim CT (Finanzierung).
Leicht gesunken sind hingegen die Rabatte bei Internetvermittlern. Dort wurde im November im Schnitt 18,1 Prozent Nachlass eingeräumt, im Jahresdurchschnitt liegt der Wert bei 18,5 Prozent.
In Deutschland werden in diesem Jahr wohl mehr Neuwagen zugelassen als 2015. Auf das Rabattniveau hat das aber keinen stabilisierenden Einfluss. Autokäufer können sich auch weiterhin über hohe Nachlässe freuen.
In Deutschland werden in diesem Jahr wohl mehr Neuwagen zugelassen als 2015. Auf das Rabattniveau hat das aber keinen stabilisierenden Einfluss. Autokäufer können sich auch weiterhin über hohe Nachlässe freuen.




























