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Testbericht

Wolfgang Gomoll, 23. Juli 2020
Renault installiert ein Plug-in Hybridsystem mit einem Getriebe, dessen Grundzüge aus der Formel 1 stammen, in den Mégane Grandtour. Das Ergebnis überzeugt.

Renault schwimmt gerade auf einer Elektrowelle. Der Zoe verkauft sich prächtig und jetzt sollen auch Plug-in-Hybride Geld in die Kassen spülen. Die Franzosen setzen vor allem auf den Mégane E-Tech Plug-in Hybrid 160 Grandtour viel Hoffnung, da der Kombi auch für Dienstwagenfahrer interessant ist. Der Antrieb des französischen PHEV-Mobils setzt sich aus drei Komponenten zusammen. Einen 1.6 Liter Vierzylinder-Benziner mit 67 kW / 92 PS und einem maximalen Drehmoment von 144 Newtonmetern. Dazu gesellen sich ein Hochvolt Starter Generator (HSG-Generator) mit 25 kW / 34 PS sowie ein Elektromotor mit 49 kW / 67 PS. Insgesamt leistet der Megane Grandtour E-Tech Plug-in Hybrid so 116 kW / 158 PS, hat ein maximales Drehmoment von 205 Newtonmeter und soll nach dem WLTP-Zyklus nur 1,3 Liter pro 100 Kilometer verbrauchen.

Das Getriebe ermöglicht laut Renault 15 Fahrstufenkombinationen inklusive Leerlauf und soll so immer die richtige Antwort auf die jeweilige Fahrsituation parat haben. Renault besteht darauf, dass es sich um ein CVT-ähnliches Getriebe handelt, das mit dem verwandt ist, welches der französische Autobauer in der Formel 1 benutzt. Dieses sogenannte Dog-Box-Getriebe (im Renault Jargon \"Multi Mode\") ist besonders kompakt und kann verschiedene Hybrid-Antriebsarten darstellen: seriell, parallel und nur mithilfe des Verbrennungsmotors. Dieses ausgeklügelte Zusammenspiel erklärt auch den starken HSG-Generator, der für die Synchronisation des Getriebes sorgt. Im rein elektrischen Fahrmodus stehen zwei Gänge zur Verfügung, ist nur der Verbrenner aktiv, sind es vier und demzufolge im Hybridmodus zwei mal vier Fahrstufen.

Interessanterweise treten bei gleichmäßiger Geschwindigkeit die elektrischen Komponenten in den Hintergrund und der Verbrenner übernimmt das alleinige Kommando. Der Stecker für das Stromtanken befindet sich beim Renault Megane rechts und der Tankstutzen links. Wir nehmen auf dem Fahrersitz Platz. Da der erste Gang elektrisch ist, hat beim Start immer der Elektromotor das Kommando und der macht seine Sache gut. Im Stadtverkehr kann man ohne Probleme mithalten und auf Autobahnen und Landstraßen ist man mit einer Maximalgeschwindigkeit von 135 km/h auch kein Verkehrshindernis. Die Batteriekapazität beträgt 9,8 Kilowattstunden, was für eine Reichweite von 50 Kilometern (WLTP) bis 65 Kilometern (im Citymodus) gut sein soll.

Unsere Testfahrt hat uns über alle Straßentypen geführt und am Ende zeigte der Bordcomputer einen sehr moderaten Verbrauch von 1,2 Liter pro 100 Kilometer und 14,5 kWh/100 km. Die Reichweite pendelte sich bei 49 Kilometern ein. Die Fahrleistungen sind in Ordnung: Nach 9,8 Sekunden knackt der Mégane die 100 km/h Marke und ist bis zu 183 km/h schnell. Die Fahrprogramme bieten die übliche Kost: \"My Sense\" optimiert alles Systeme, um möglichst effizient zu fahren, bei \"Pure\" ist der Mégane rein elektrisch unterwegs und bei \"Sport\" soll die Fahrt möglichst dynamisch sein. Allerdings darf man da die Erwartungen nicht zu hoch hängen, da das Gangschaltung seine Verwandtschaft zum CVT-Getriebe nicht ganz leugnen kann und so sich bei der Dynamik keine Bestnoten verdient. Vor allem bei höheren Drehzahlen ertönt das charakteristische Jaulen, aber kein überzeugender Durchzug.

Am Fahrwerk scheitert die Agilität nicht. Es ist ausgewogen, nicht zu weich abgestimmt und kommt mit dem Gewicht des Mégane von 1.678 Kilogramm, wovon 105 Kilogramm auf die Batterie entfallen, gut zurecht. Apropos Akkus: Einen echten \"Lade\"-Modus, bei dem der Verbrenner die Batterie füllt, gibt es beim Mégane nicht. Das \"E-Save\"- Programm hält den Status quo und den Ladestatus der Batterie bei 40 Prozent. Wer selbst mithelfen will, Strom in die Zellen zu pumpen, nutzt den B-Modus mit der maximalen Rekuperation. Mit ein etwas Voraussicht kann man so auf den Einsatz der mechanischen Bremse verzichten. Eine Grafik auf dem zentralen Display bildet die Wiedergewinnungs-Bemühungen des Fahrers grafisch ab.

Der Innenraum im Mégane ist durchaus gefällig und nicht zu verspielt. Die Verarbeitung ist in Ordnung, auch wenn manche Schalter und Hebel weniger Hartplastikambiente vertragen könnten. Das Infotainment und die Bedienung, die hauptsächlich über das 9,3 Zoll große Tablet stattfindet, hat uns gefallen, da sie keine großen Rätsel aufgibt. Die Unterpunkte der Menüs sind logisch und mit nur wenigen Schritten gelangt man ans Ziel. Die Fahranzeigen werden auf einem 10,2 Zoll Bildschirm dargestellt. Dazu kommt noch ein Head-up-Display mit ausfahrbarem Bildschirm, das den Piloten mit den wichtigsten Informationen versorgt.

Platz bietet der Mégane vorne genug. Der Kofferraum hat ein Volumen von 389 bis 1.372 Liter. Über dem Ladeboden bietet der Mégane Kombi den gleichen Kofferraum, wie das konventionelle Modell (389 Liter), unter der dem Ladeabteil befindet sich der 39 Liter-Benzintank, während die Batterie unter der Rücksitzbank platziert ist. Das erklärt auch die hohe Sitzposition hinten, bei der es ab 1,85 Meter Körpergröße um den Kopf herum eng wird. Bleibt zum Schluss nur noch der Preis. Ganz billig ist das Stromern mit dem Mégane nicht: Mindestens 34.107,90 Euro muss man berappen und die von uns gefahrene \"RS-Line\"-Ausstattungsvariante kostet 38.202,01 Euro.
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Technische Daten
Antrieb:Vorderradantrieb
Getriebe:Multi-Mode
Motor Bauart:Benziner plus E-Motoren
Hubraum:1.598
Drehmoment:205 Nm bei 2.283 UPM
Preis
Neupreis: 38.202,01 € (Stand: 2020-07-23)
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: Autoplenum, 2020-07-23

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