Volvo setzt auf schnelles Wachstum und frische Optik - Schöne neue Kleider – zum Hereinwachsen
Testbericht
Das mag der eine oder andere noch aus Kindertagen kennen: „Wir nehmen die Jacke eine Nummer größer, dann kannst Du noch hineinwachsen“, sprach die Mama. Ganz ähnlich macht das auch Volvo. Die schwedische Marke dreht nach eigener Aussage derzeit „an allen Stellschrauben“, um das Unternehmen auf den avisierten Wachstumspfad zu bringen: Bis 2020 soll sich der weltweite Absatz auf 800.000 Einheiten genauso verdoppeln, wie der deutsche Marktanteil von derzeit ein auf zwei Prozent – was nach heutigen Maßstäben dann ca. 60.000 Fahrzeuge per anno bedeuten würde.
Erreicht werden soll das nicht allein durch neue Fahrzeuge, obwohl die Baureihen 40, 60 und 90 - beginnend mit dem XC90 Ende des Jahres - bis 2020 als komplett neue Modelle lanciert werden. Die Schweden modernisieren über ein neues Erscheinungsbild auch die Autohäuser, von denen es in Deutschland derzeit rund 270 gibt.
Als erster in Deutschland und sogar als erster in Europa hat der Volvo-Händler Sachs in Rostock jetzt die sogenannte „Volvo Retail Experience“ komplett umgesetzt. Das nordisch-zurückhaltende neue Gebäude ist ein einstöckiger Flachbau mit etwa gleicher Seitenlänge. Große Teile sind mit einer Art Milchglas („frozen glas“) verkleidet und somit von außen nicht einsehbar. Umso intensiver wirken die wenigen Klarglasflächen, hinter denen die Fahrzeuge positioniert werden. Gerade bei Dunkelheit soll das Gebäude damit eine Art Sogwirkung entfalten.
Innen werde auf ca. 250 Quadratmetern im vorderen Bereich Neuwagen, Muster von Lacken oder Ledern und ähnliches präsentiert. Wirkt das Gebäude von außen und im Bereich der Neuwagen-Stellflächen eher kühl, geht es im hinteren Bereich auf schwedischen Stühlen und Tischen, die auf flauschigen Teppichen stehen, eher gemütlich zu.
Insgesamt hat das Eigentümer-Ehepaar Claudia und Torsten Sachs rund 1,4 Millionen Euro in den neuen Standort investiert, inklusive Grundstück. Den Eigentümern ist klar, dass sich die Investitionen nur rechnen, wenn das von Volvo in Aussicht gestellte Wachstum auch umgesetzt werden kann. „Wir glauben, dass Volvo den richtigen Weg beschreitet und vertrauen dem Wachstumskurs“, ist Torsten Sachs aber optimistisch. Trotzdem weiß auch der Rostocker, dass das Gebäude für die derzeit von ihm verkauften 100 Neuwagen pro Jahr eigentlich eine Nummer zu groß ist, zumal das Ehepaar ein weiteres Volvo-Autohaus im Norden der Stadt unterhält. Womit das Bild von der zu weit gekauften Jacke wieder ins Spiel kommt: Volvo und seine Händler müssen in das neue, zu einer schwedischen Premiummarke passende Erscheinungsbild durchaus noch reinwachsen.
Doch die meisten Händler scheinen der Expansionsstrategie zu vertrauen. In Geldern am Niederrhein hat ein Autohaus jetzt eine Bestandsimmobilie nach der Volvo Retail Experience umgestaltet. Und in Deggendorf und Augsburg wollen Händler in diesem und kommenden Jahr Neubauten nach diesen Gestaltungsprinzipien eröffnet werden. Bis 2020 soll der Transformationsprozess dann abgeschlossen sein.
„Für uns ist das neue Händler-Outfit von essentieller Bedeutung für den gesamten Wachstumsprozess“, erläutert Thomas Weber, Direktor Händlernetzentwicklung bei Volvo Deutschland. „Die Kunden werden die Marke dadurch in ihrer Qualität und Modernität viel deutlicher wahrnehmen.“ Und das wird auch notwendig sein, immerhin kämpfen die zum chinesischen Geely-Konzern gehörenden Schweden gerade hierzulande vor allem gegen die deutsche Edel-Armada aus Audi, BMW und Mercedes.
Eine goldene Regel der Marktwirtschaft lautet: Wer erfolgreich wachsen will, muss zunächst einmal investieren. Volvo etwa will seinen Absatz bis 2020 verdoppeln und ein neu gestaltetes Erscheinungsbild der Händler spielt dabei eine wichtige Rolle. Das erste komplett nach den neuen Prinzipien gestaltet Autohaus in Europa steht übrigens in Deutschland.
Eine goldene Regel der Marktwirtschaft lautet: Wer erfolgreich wachsen will, muss zunächst einmal investieren. Volvo etwa will seinen Absatz bis 2020 verdoppeln und ein neu gestaltetes Erscheinungsbild der Händler spielt dabei eine wichtige Rolle. Das erste komplett nach den neuen Prinzipien gestaltet Autohaus in Europa steht übrigens in Deutschland.



























