WebAutoBlog.COM: Ist der Beetle-Spoiler wirklich „peinlich“?

Testbericht
Als ich heute die Zeitung mit den großen Buchstaben aufschlug, bewunderte ich wieder mal die Schnelligkeit des Blattes. Kaum gefahren, schon „hat´s Bild getestet“. Der Tester hat in der Hast, mit dem Bericht der Erste sein zu wollen, nicht unbedingt in jedem Punkt journalistischer Qualität zum Durchbruch verholfen. Ich will hier keinen Kollegen kritisieren, der unbestritten als renommierter und erfahrener Autotester gelten darf. Aber dieser Satz stieß mir als völlig daneben auf: „Markantestes Detail ist der Heckspoiler (peinlich).“
Vor allem das Wort in Klammern macht einmal mehr deutlich, dass zwar Vieles Geschmacksache ist und sein darf (!), physikalische Gesetze auf reine ästhetische Betrachtung aber keine Rücksicht nehmen. Abgesehen davon, dass man den Spoiler nicht „peinlich“ finden, sondern eher als harmonisch integriert sehen kann. Er hat eine wichtige Funktion und ist nun wirklich nicht der Ausdruck jener prolligen Formensprache, die manche Tuning-Autos kennzeichnen und mit denen der neue Beetle nicht ansatzweise verglichen werden kann. Ein Auto wie der Beetle, der deutlich über 200 km/h schnell ist, muss trotz seiner traditionellen Käfer-Form auch bei 220 km/h sicher auf der Straße bleiben.
Auf diese Abrisskannte hatte man ja bereits einmal beim Audi TT verzichtet, der vor vielen Jahren mit Unfällen von sich reden machte, weil die labilen Strömungsverhältnisse bei starkem Seitenwind und in zügig durchfahrenen Kurven das Fahrzeug instabil machten. Die emotionale Käferform wird durch diesen notwendigen Strömungsabriss für mein Gefühl überhaupt nicht berührt, sondern der Spoiler ist ein interessanter Akzent, der den Beetle des 21. Jahrhunderts tatsächlich formal gekonnt modern erscheinen lässt.
Was daran peinlich sein soll, erschließt sich mir nicht. Vor allem dann nicht, wenn ich an manche wirkliche Entgleisung denke, bei der 90-PS-Autos eine Art Bügelbrett auf dem Kofferraum spazieren fahren. Und übrigens: Der Beetle ist kein teurer Golf für Singles, sondern ein VW Käfer für Leute mit einem Hang zur emotionalen Vergangenheit eines wahren und wohl ältesten Kult-Autos, das auf der ganzen Welt seine Anhänger hatte und auch haben wird. (Peter Groschupf/WebAutoBlog/Auto-Reporter.NET)




























