Wissmann mahnt industriefreundlichere Standortpolitik an

Testbericht
VDA-Präsident Matthias Wissmann geißelt beim Neujahrsempfang des Verbands der Automobilindustrie (VDA) vor 600 Gästen, darunter Kanzleramtsminister Peter Altmaier, die Brüsseler Bürokraten, wünscht sich von der deutschen Politik für 2014 schnelle Schützenhilfe. Wissmann lobt das von der Automobilindustrie in 2013 Erreichte, spart aber auch nicht mit Warnungen davor, sich auf den Erfolgen auszuruhen: „Deutschland geht es gut. Die Steuereinnahmen sprudeln, die Beschäftigung bewegt sich auf Rekordniveau und der Export boomt. Doch diese gute wirtschaftliche Lage ist kein Automatismus; wir müssen unsere Wettbewerbsfähigkeit täglich neu erwerben."
Und weiter: „Unsere Erfolgsgaranten heißen Innovation und Internationalisierung. Mit weltweiten Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen von rund 27 Milliarden Euro pro Jahr sind deutsche Hersteller und Zulieferer Technologieführer." Gerade das erfolgreiche Auslandsgeschäft stärke aber auch den Heimatmarkt. So beschäftige die deutsche Automobilindustrie derzeit 762.700 Mitarbeiter in den Stammbelegschaften - 14.600 mehr als 2012.
Unverhohlene Kritik übt der Ex-Bundesverkehrsminister an dem von Brüssel eingeleiteten Prüfverfahren gegen Deutschland wegen makroökonomischer Ungleichgewichte. Die in diesem Zusammenhang vorgebrachten Vorwürfe gingen an der Realität vorbei. Auch den Vorschlag der EU-Kommission, die CO2-Emissionen innerhalb von 10 Jahren genauso schnell zu senken wie in den vorhergehenden 30 Jahren zusammen, nennt Wissmann „ambitioniert." Das richtige Ziel des Klimaschutzes dürfe vor allem nicht in falsche industriepolitische Entscheidungen münden.
Wissmann mahnt die deutsche Politik an, die richtigen Rahmenbedingungen - wie bezahlbare Energiepreise oder einen flexibleren Arbeitsmarkt als Teil einer klugen Standortpolitik - zu gewährleisten. Dazu zählten die Begrenzung des Anstiegs der Lohnstückkosten ebenso wie bezahlbare Energiepreise und ein flexibler Arbeitsmarkt. Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften müssten verantwortungsbewusst zusammenhalten, dies habe Deutschland immer stark gemacht.
Für 2014 sieht der VDA-Präsident insgesamt gute Perspektiven: „Wir rechnen damit, dass der globale Pkw-Absatz um etwa drei Prozent auf rund 75 Millionen Einheiten wachsen wird. Viele wichtige Märkte legen zu, allen voran China und die USA. Einiges spricht dafür, dass auch der westeuropäische Markt langsam wieder Fahrt aufnimmt." (dpp-AutoReporter/wpr)




























