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Autoplenum, 2012-04-04

Audi R8 e-tron Sounddesign - Stromernde Invasion

Testbericht

Marcel Sommer

Der Fahrzeughersteller Audi entwickelt Geräuschkulissen für seinen
Elektrofuhrpark. Den Anfang macht der Supersportler R8 e-tron.

Sie sind schon lange unter uns. Zwar vereinzelt aber sie sind da. Doch nicht
durch ihr äußeres Erscheinungsbild, sondern durch ihre Sprache, ihr nahezu
lautloses Auftreten, lassen sie sich heute noch schnell enttarnen. Noch, denn
damit ist jetzt Schluss. Was sich wie die Invasion einer fremden, atmenden
Spezies anhört, ist in Wahrheit die der fahrenden Spezies Elektroauto. Um sie
für den Straßenverkehr und die dazugehörenden Fußgänger sicherer, sprich
auffälliger werden zu lassen, entwickelt Audi neue Klangprofile für ihre
künftigen e-tron-Modelle, den e-Sound.

Den Anfang macht der R8 e-tron. Von dem Supersportler ist bei trockener
Fahrbahn nahezu nichts zu hören. Soundentwickler wie Rudolf Halbmeir
wollten und haben dies geändert. Zu seinem Handwerkzeug zählen weder
Hammer noch Schraubstock, sondern ein Keyboard, ein Computer und jede
Menge Musikzeitschriften. "Der Sound eines Autos", sagt Akustik-Ingenieur
Halbmeir, "hat Ähnlichkeit mit Musik."

Dass er sich bei seiner Arbeit von manchen Science Fiction-Filmen hat
inspirieren lassen, ist nach den ersten Tönen klar. Anders als beim
Verbrennungsmotor klingt der R8 e-tron synthetisch und mit einer Leistung
von 40 Watt. Der e-Sound ertönt über einen Lautsprecher, der im
Fahrzeugunterboden montiert ist. Im normalen Betrieb beschränkt sich Audi
auf fünf bis acht Watt. Das genügt laut Audi, dass Fußgänger und Radler in der
Nähe das Auto hören. Im Inneren, wo normalerweise ein satter V8-Klang
genossen werden darf, kommt nur ein geringer Anteil des Klangs per Luft-
und Körperschall an.

Bevor der musizierende Supersportler auf die Fußgänger losgelassen wurde,
verbrachte er zahlreiche Stunden auf dem 350 Quadratmeter großen und
sieben Meter hohen Rollenprüfstand. Die meterlangen, mit Glaswolle gefüllten
Keile und der Klang aus dem R8 e-tron lassen die ganze Szenerie wirken, als
wenn sie auf einem fremden Planeten stattfindet. Das Ergebnis der Tests
findet sich in einem kleinen Steuergerät wieder. "Es erhält vom Fahrzeug
ständig Informationen über die Drehzahl der E-Maschinen, die Last, die
Geschwindigkeit und weitere Parameter. Aus diesen Daten generiert es den
Klang", schwärmt Rudolf Halbmeir.

Gleichzeitig wird das Sounddesign durch die Entwicklung der Gesetzgebung
angetrieben. "Wahrscheinlich werden wir nur bis 30 km/h Sound machen
müssen, darüber ist das Abrollgeräusch der Reifen laut genug", sagt Ralf
Kunkel, Leiter Akustik von Audi. "Doch das wäre schon etwas wenig, wir
werden sicher in einen höheren Bereich gehen."

Wie sich der Audi R8 e-tron tatsächlich anhört und wie die Arbeit mit ihm
aussah ist im Internet unter folgendem Link in einem Video festgehalten:
www.rtv-live.de/transfer/audi_footage_r8_e_sound_beitrag_deutsch.mov

Quelle: Autoplenum, 2012-04-04