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Testbericht

9. August 2007
Köln, 9. August 2007 – Wir geben es gleich vorweg schon mal zu: Schon der alte Cuore gehörte zu unseren Favoriten in der Klasse der Kleinstwagen. Er blieb uns durch seine Spritzigkeit in Erinnerung, durch den niedrigen Preis und unglaublich viel Innenraum bei einer Länge von nur 3,41 Meter. Die neue Cuore-Generation startet am 14. September 2007. Das Auto ist nun nur noch als Fünftürer zu haben. Dafür ist es aber sicherer geworden und hat mehr Leistung. Was sonst noch dran ist am neuen Cuore, haben wir auf einer ersten Testfahrt herausgefunden. Beine im Fond übereinander schlagen Von vorn gesehen, ist der Cuore deutlich rundlicher, knubbeliger geworden. Gab es bisher glatte, gerade Flächen, die den Winzling etwas kastenartig erscheinen ließen, ist der Neue nun barocker geraten. Geschadet hat das keineswegs, umso mehr als ihm Sicken und die aufsteigende Fensterlinie in der Seitenansicht Dynamik geben. Die Länge wuchs um sieben Zentimeter auf 3,47 Meter. Da der Radstand gar um zehn Zentimeter wuchs, ist der Innenraum ebenfalls gewachsen. Dabei hatte schon die alte Generation – die sechste seit 1980 – massig Platz für die maximal vier Insassen. Wer will, kann im Fond sogar die Beine übereinander schlagen. Versuchen Sie das mal in einem VW Fox, einem Fiat Panda oder einem Toyota Aygo! Wie vollbringt Daihatsu dieses Fondwunder? Mit der längs um 26 Zentimeter verschiebbaren Rückbank, die in der höheren Ausstattung Serie ist. Rückt man sie ganz nach hinten, haben auch lange Lulatsche hinten keine Sitzprobleme. Die Kopffreiheit stimmt bei einer Fahrzeughöhe von 1,53 Meter ohnehin. In den Kofferraum passen klassenübliche Gepäckmengen von 153 bis etwa 600 Liter. Nun ausschließlich als Fünftürer Während es den Cuore bisher als Drei- und Fünftürer gab, ist die siebte Generation nur mehr in der fünftürigen Variante verfügbar, angeblich, weil die Käufer in Umfragen kein Interesse am Dreitürer zeigten. Für junge Familien mit rücksitztauglichen Kindern ist ein Fünftürer auf jeden Fall praktischer.

Türen öffnen im 90-Grad-Winkel Beim Cuore gibt es kein Problem mit dem Ein- und Aussteigen. Denn die Türen gehen so weit auf wie bei fast keinem anderen Auto: Fast im 90-Grad-Winkel lassen sich die Klappen öffnen – vorne und hinten. Auch die Heckklappe geht weit auf, sodass man sich kaum den Kopf stoßen kann. Der Cuore ist ein extrem zugänglicher Typ. Einen Kritikpunkt gibt es aber: Der Schaltknüppel ist recht eng neben dem rechten Oberschenkel angeordnet. Wenn man ihn zum Einlegen des ersten Gangs nach links drückt, berührt er schon fast das eigene Bein. Der joystickartig neben dem Lenkrad angeordnete Schalthebel im Fiat Panda ist da praktischer. Nun 70 statt 58 PS Unter die Motorhaube packt Daihatsu wie bisher eine einzige Motorvariante. Die auf dem Genfer Autosalon im Frühjahr 2007 präsentierte Version mit Start-Stopp-Automatik ist einstweilen noch kein Thema. Anders als zunächst verkündet, wird sie wohl zumindest nicht Anfang 2008 starten. Ein Diesel ist ebenfalls nach wie vor kein Thema, es bleibt beim Einliter-Dreizylinder. Die ungerade Zylinderanzahl merkt man dem Aggregat schon am rauen Lauf an. Man gewinnt das leicht surrende Geräusch schnell lieb, das der Motor beim Loslegen macht. Es gibt dem Cuore eine fast schon sportliche Note. Das Leichtmetallaggregat besitzt eine variable Ventilsteuerung der Einlassventile (DVVT, Dynamic Variable Valve Timing). Das Beschleunigungsgefühl ist jedenfalls gut. Gerade auch aus dem unteren Drehzahlbereich dreht der Cuore gut hoch. Das Aggregat wurde gegenüber dem Vorgänger auch deutlich stärker. Statt 58 stehen nun 70 PS bereit, den Stadtflitzer zu beschleunigen. Das merkt man an den Fahrleistungen: Statt 12,2 braucht der Cuore nun nur noch 11,1 Sekunden für den Standardsprint auf 100 km/h. Das macht das geringe Gewicht möglich: Mit 765 Kilo ist der Cuore über 150 Kilo leichter als ein Fiat Panda und über 300 Kilo leichter als ein VW Fox.

Der sparsamste Benziner überhaupt Mindestens genauso wichtig wie ein flotter Sprint ist vielen Kunden wohl der niedrige Spritverbrauch. Und der sank trotz gestiegener Leistung von 4,8 auf 4,4 Liter je 100 Kilometer. Damit ist der Cuore der sparsamste Benziner auf dem Markt – und er benötigt lediglich Normalbenzin. Der CO2-Ausstoß beträgt 104 Gramm je Kilometer. Damit liegt der Cuore gleichauf mit dem Toyota Prius und nur wenige Gramm über dem besten Diesel, dem Smart Fortwo, der 90 Gramm ausstößt. Damit verdient sich der Cuore auch in puncto Umwelt eine Top-Note. Fahrwerk: Nur Klassenstandard Die genannten Werte beziehen sich auf das serienmäßige Fünfgang-Getriebe. Alternativ ist noch eine Vierstufen-Automatik verfügbar, die den Cuore allerdings 1.000 Euro teurer macht. Die Sprintzeit steigt deutlich von 11,1 auf 14,1 Sekunden, der Verbrauch steigt um über einen Liter – da kann man nur abraten. Ein automatisiertes Schaltgetriebe würde besser zum Cuore passen. Das Fahrwerk des kleinen Japaners ist nicht besser als sonst in dieser Klasse üblich. Wie beispielsweise auch der Fiat Panda stuckert der Cuore, was man vor allem auf der Autobahn merkt. Bei jeder Bodenwelle wird man spürbar gehoben und wieder auf den Boden gedrückt. In den Kurven wankt das Auto deutlich. Die Sitze gewähren – wie bei so kleinen Autos üblich – nur unzureichenden Seitenhalt. Fünf Airbags serienmäßig Den Cuore gibt es in insgesamt sechs Farben. Weiß und Rot sind ohne Aufpreis verfügbar. Daneben werden Blau, Grün, Silber und Schwarz angeboten. Außerdem gibt es zwei Ausstattungsversionen: den Cuore 1.0 und den Cuore 1.0 Top. Alle Cuore besitzen nun nicht weniger als fünf Airbags – Frontairbags, Seitenairbags vorne und einen Fahrer-Knieairbag. Der Vorgänger hatte nur zwei Luftsäcke, und auch der VW Fox – Bestseller bei den Kleinstwagen – hat nur zwei. Optional gibt es noch Kopfairbags. ESP ist in dieser Klasse noch bei kaum einem Auto Standard; bei vielen Fahrzeugen ist es noch nicht einmal gegen Aufpreis erhältlich. So war es auch beim alten Cuore. In der neuen Version kann man es zumindest für den Top bestellen. Zur Basisausrüstung gehört außer den fünf Airbags eigentlich nur die Servolenkung, das höheneinstellbare Lenkrad und der höheneinstellbare Fahrersitz. Die Außenspiegel müssen manuell eingestellt werden, die Fenster per Hand gekurbelt werden und die Türen einzeln verschlossen werden. Auch ist hier die Rückbank nicht verschiebbar und kein ESP verfügbar.

Gut ausgestattete Top-Version Wer elektrisch einstellbare Spiegel, elektrische Fensterheber und eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung haben will, muss den Top ordern. Der verfügt außerdem über ein CD-Radio und eine Klimaanlage. So hat man die Wahl zwischen einem sehr mager ausgestatteten Sparmodell und dem luxuriösen Top. Wünschenswert wäre es, wenn man die verschiebbare Rückbank einzeln ordern könnte und wenn ESP für alle Versionen verfügbar wäre. Der Einstiegspreis für den Cuore liegt bei 8.990 Euro; der Top ist 2.300 Euro teurer. Damit ist der Basispreis um fast 1.000 Euro höher als bisher – ein ganz schöner Sprung in diesem preissensiblen Segment. Er rechtfertigt sich durch die bessere Ausstattung und die nun stets vorhandenen fünf Türen. Die Konkurrenz Der Topseller bei den Kleinstwagen, der sehr solide wirkende und runde 35 Zentimeter längere VW Fox ist ab 9.475 Euro zu haben – mit drei Türen und nur 55 PS. Auch beim Fiat Panda und dem Toyota Aygo liegt der Basispreis ähnlich. Wer wenig Geld hat, für den ist vielleicht auch der Dacia Logan eine Option. Den gibt es mit 75 PS schon ab 7.200 Euro, und auch der Kombi ist schon für 8.400 Euro erhältlich. Preislich ist der Cuore also nicht einmalig, sondern eher Durchschnitt.
Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Anzahl Gänge:5
Getriebe:Schaltgetriebe
Motor Bauart:Otto-Reihenmotor, DOHC, DVVT, MPI
Hubraum:998
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:3
Leistung:51 kW (70 PS) bei UPM
Drehmoment:94 Nm bei 3.600 UPM
Preis
Neupreis: 8.990 €
Fazit
Hässlich ist der Cuore nicht, aber kaum jemand würde widersprechen, wenn wir sagen, der kommende Fiat Cinquecento ist schöner. Billigere Autos gibt es ebenfalls. Dennoch ist der Cuore absolut empfehlenswert. Er hebt sich vor allem durch sein flottes Wesen – bedingt durch geringes Gewicht und relativ hohe Leistung – sowie beim Innenraumangebot positiv von der Konkurrenz ab. So viel Kniefreiheit im Fond wie beim Cuore sucht man selbst in vielen Oberklasseautos vergeblich. Auch die Zugänglichkeit ist aufgrund der weit öffnenden Türen vorbildlich, die Variabilität hoch. Und dass der Cuore zu den sparsamsten Autos überhaupt gehört, ehrt ihn.
Testwertung
4.5 von 5

Quelle: auto-news, 2007-08-09

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