„Das Elektroauto darf keine rollende Verzichtserklärung werden“

Testbericht
Audi wird sein erstes rein elektrisch angetriebenes Modell in Neckarsulm bauen. Dies hat seinen Hintergrund: Die auf Kleinserien spezialisierte Audi-Tochter quattro GmbH und in der Nähe des Audi-Werks beheimatet, arbeitet bereits heute am ersten Technikträger des E-Modells. Ende 2012 ist es dann soweit, der Sportwagen R8 e-tron wird in einer Kleinserie zum Verkauf angeboten. Audi will den Übergang in eine neue Epoche der Mobilität aktiv gestalten und möchte mit Vorsprung durch Technik auch bei der Elektromobilität eine Führungsrolle einnehmen. Bis 2020 will Audi der führende Premium-Hersteller von E-Autos sein. Das Kürzel „e-tron“ steht als Synonym für elektrisches Fahren. So wie heute der Begriff „quattro“ für Allradantrieb stehe, soll sich künftig „e-tron“ für fortschrittliche Elektromobilität durchsetzen.
Im Vorfeld der Ordentlichen Hauptversammlung der Audi AG in Neckarsulm öffnete das Unternehmen die Tore in der Entwicklungsmanufaktur der quattro GmbH für den Audi R8 e-tron. „Mit dem R8 e-tron zeigen wir, wie emotional E-Mobilität sein kann. Alle Systeme in diesem Auto sind auf maximale Performance und Reichweite getrimmt“, sagte Franciscus van Meel, Leiter Elektromobilitätsstrategie der Audi AG, in Heilbronn-Biberach. „Der R8 e-tron ist ein sehr wichtiges Projekt für Audi, denn die Kompetenz und die Erfahrung, die wir uns damit erarbeite, werden später in der Großserienfertigung von Elektroautomobilen fließen.“ Audi möchte den Übergang in die neue Epoche der E-Mobilität aktiv gestalten und dies setzt ein ehrgeiziges Ziel voraus: „Wir gehen heute davon aus, dass wir 2020 unseren Absatz von Audi e-tron Elektroautos auf sechsstellige Stückzahlen im Jahr steigern werden“, sagte van Meel im Gespräch.
Audi wird zwischen 2011 und 2015 mehr als fünf Milliarden Euro in die Entwicklung neuer Produkte und Zukunftstechnologien wie den Elektro- und Hybridantrieb investieren. „Sukzessive werden wir unterschiedliche Hybridvarianten und Elektrofahrzeuge auf den Markt bringen, wie beispielsweise den ersten Plug-In-Hybrid 2014. Den Plug-In-Hybrid halten wir für das Antriebskonzept mit dem größten Zukunftspotenzial in der Mittel- und Oberklasse“, erläutert der Audi-Strategie und erklärt, „dass er das beste aus beiden Welten verbindet und bietet alle Möglichkeiten zur optimalen Rekuperation, herkömmlichen Fahrweise, elektrischen Fahrweise und auch für die Kombination im Allradantrieb. Deshalb widmen wir diesem Antriebskonzept große Aufmerksamkeit.“
Konsequenter Leichtbau ist eine der wichtigsten Voraussetzung für Effizienz und Reichweite von Elektrofahrzeugen. Deshalb setzt Audi beim R8 e-tron auf seine Kernkompetenz. Die Karosserie besteht aus Aluminium, sie trägt entscheidend dazu bei, dass der R8 e-tron nur 1.600 kg wiegt. Die Alu-Karosserie des e-tron Technikträger entsteht seriennah im Karosseriebau des R8, zur Endmontage kommt er zur quattro GmbH. „Die Fertigung ist so angelegt, dass wir Synergie-Effekte der R8-Serie nutzen können“, erläuterte Werner Frowein, Geschäftsführer der quattro GmbH. Verständlich, so hat die innovative Audi-Tochter eine hohe Kompetenz in der Kleinserien- und Sportwagenfertigung.
„Auch das Elektroauto ist zuallererst ein Automobil und darf keine rollende Verzichtserklärung werden. Unser Ziel ist es, zum richtigen Zeitpunkt das richtige Produkt am Markt zu haben, die beste Lösung und die Begeisterung unserer Kunden steht bei Audi immer im Fokus“, sagte Audi-Elektromobilitätsstratege Franciscus van Meel. In diesem Jahr startet Audi mit dem Q5 hybrid, etwas später folgen der A6 hybrid und der A8 hybrid. (Auto-Reporter.NET/Peter Hartmann)





























