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Testbericht

Stefan Weißenborn, 15. Mai 2008
Mit dem Journey setzt Dodge seine vor knapp zwei Jahren begonnene Europareise fort. Nach Caliber, Nitro und Avenger ist das Familiengefährt das vierte Modell der Chrysler-Marke für den alten Kontinent.

Der Journey tritt in den USA wie hierzulande an die Stelle des Chrysler Voyager, beerbt diesen also als kleiner Bruders des Grand Voyagers - beiden tragen fortan allerdings verschiedene Markennamen. Und wie so oft, ähnelt sich auch dieses Bruderpaar. Wie der Große glänzt der Kleine im Innern durch pfiffige Ideen. Vererbt wurden aber auch Mängel. Vereinen soll der Journey die Merkmale von Kompakt-SUV, Kombi und Minivan - und Marktanteile gewinnen auch durch optische Prägnanz: Aggressiver Fadenkreuz-Kühlergrill, steil abfallende Schnauze, hohe Fensterlinie, ausgestellte Radkästen lassen den Journey fest auftreten. Die markentypische Bulligkeit wurde allerdings etwas in Richtung Designmainstream heruntergekocht.

Die wahren Werte verbergen sich ja bekanntlich im Innern. Der 4,89 Meter lange und 1,67 Meter hohe Wagen ist denn auch ein Ausbund an Flexibilität. Das Spektrum der Einsatzmöglichkeiten reicht vom Siebensitzer bis zum Lastesel. Nach dem bewährten Stow`N Go-Prinzip con Chrysler kann das Gestühl so zusammengeklappt werden, dass eine ebene Ladefläche entsteht – bis beeindruckende 2.296 Liter fasst der Laderaum dann. Das sind knapp 300 Liter mehr als beim Ford S-Max, aber gut 500 Liter weniger als im Renault Espace.

Bequemes Einsteigen sollen die im 90-Grad-Winkel öffnenden hinteren Türen ermöglichen. Die in engen Parklücken unschlagbaren Schiebetüren hat nur der große Bruder. Ist die dritte Sitzreihe das Ziel, wird's beim Einstieg allerdings eng – trotz Tip`N Slide-Mechanismus, mit dem störende Teile der Vorderbank (im Verhältnis 40:20:40 teilbar) gefaltet und verschoben werden können. Die hintersten beiden Plätze bieten ohnehin Komfort nur für Kinder. Wird die dritte Reihe geordert, kann die Großfamilie nur auf Kurztrip gehen: Viel Platz für Gepäck bleibt bei Vollbesetzung nicht mehr. Was noch mitkann, muss über eine 77 Zentimeter hohe Ladekante gehievt werden. Die hinterste Reihe ist an eine Dreizonen-Klimaautomatik gebunden – das erklärt den Aufpreis von rund 1000 Euro. Serienmäßig dagegen ist eine Reihe an Gimmicks. Da wäre das Fach unter der Fläche des Beifahrersitzes: Krimskrams, der sonst vielleicht auf der Sitzfläche selbst gelandet wäre, findet unter derselben einen auch bei Bremsmanövern sicheren Platz. Bis zu je zwölf Getränkedosen können in zwei Bodenfächern hinter den Vordersitzen versteckt werden. Weitere Geheimfächer im faltbaren Kofferraumboden tun sich hinter den Sitzreihen zwei und drei auf.

Soll der Nachwuchs ruhig gestellt werden, kann dies mittels Unterhaltungselektronik geschehen. Vom Dachhimmel ist das DVD-Display herabklappbar. Praktisch für junge Eltern allemal sind aber die nach Herstellerangaben erstmals in dieser Wagenklasse integrierten Kindersitze. Sie erhöhen die Sitzfläche so, dass der Nachwuchs mit den herkömmlichen Gurten richtig angeschnallt werden kann. Ein Blick in den konvexen Innenraumspiegel oberhalb des Rückspiegels verschafft Gewissheit. Wohl vergessen hat man den Einklemmschutz der elektrischen Fensterheber. Nur das einzig automatisch schließende Fahrerfenster hat den Mechanismus. Alles in allem ist der Innenraum praktisch gestaltet – Armaturen und schmuck anmutende Flächen zeugen beim Anfassen dann jedoch von nur mittelmäßiger Verarbeitungsqualität.

Das Fahrwerk des Journey stammt vom Dodge Avenger. Für das große Raumangebot wurde der Radstand um 124 Millimeter auf 2,90 Meter gestreckt. Anders als in den USA, wo ein 3,5 Liter V6-Motor und Allradantrieb angeboten werden, macht die Motorenpalette zwei Benziner und ein Dieselaggregat aus, die ihre Kraft je nur an die Vorderräder weitergeben. Meistverkaufter Motor wird nach Herstellereinschätzung der 2,0-Liter CRD mit serienmäßigem Partikelfilter und einem Durchschnittsverbrauch je nach Getriebeart zwischen 6,5 und 7 Litern sein. Im Angebot steht auch der "Weltmotor" – ein 2,4-Liter-Benziner, der 170 PS leistet, und zwischen 8,8 und 9,6 Liter Benzin schluckt. Mit einem Ethanolanteil bis 85 Prozent kann der 2,7-Liter-Flexi-Fuel-V6-Motor (185 PS) betrieben werden.

Der Einstiegspreis für die Variante mit Ottomotor liegt bei 23.890 Euro. Für den Selbstzünder, der immer mit sechs Gängen kommt, müssen mindestens 25.390 Euro bezahlt werden. Am teuersten wird es, ordert man die R/T-Ausstattungsvariante. In 34.590 Euro sind ein 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe enthalten sowie Annehmlichkeiten wie Lederausstattung, beheizbare Sitze vorn, elektrisches Schiebedach und 19-Zoll-Leichtmetallräder.

Der Dieselmotor stammt aus dem VW-Regal und leistet 140 PS sowie ein maximales Drehmoment von 310 Newtonmetern. Damit kommt das knapp 1,7-Tonnen wiegende Reiseschiffchen gerade so zurecht. Bei einer ersten Ausfahrt hatte der recht rau laufenden Selbstzünder mit dem Journey seine Mühe. Akustisch gemahnte das Aggregat pfeifend und nagelnd an alte Zeiten. Die optional erhältliche Sechsgangautomatik mit Doppelkupplung arbeitet angenehm zurückhaltend, scheint aber noch anpassungsbedürftig. Das Fahrwerk ist komfortabel abgestimmt, die Federung dagegen recht straff. In flott gefahrenen Kurven schiebt die Karosse leicht über die Vorderräder. Ein bisschen mehr Gefühl könnte die leichtgängige Lenkung vermitteln.

Unterm Strich bleibt die Erkenntnis: Mit dem Journey ist Dodge ein gewiefter Verpackungskünstler gelungen – Schönheitsfehler inklusive. Wem der Grand Voyager zu groß ist, kann im Kleinen eine Alternative finden – vielleicht sogar zu den alteingesessenen Konkurrenten. Zum Kauf animieren zumindest der recht niedrige Anschaffungspreis sowie eine Sechsjahresgarantie auf wichtige Bauteile wie Motor, Getriebe, Bremsen, Lenkung und Elektrik.
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Quelle: Autoplenum, 2008-05-15

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