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Testbericht

4. November 2015

Nur eineinhalb Jahre nach seinem Debüt renoviert Ford das Mini-SUV EcoSport. Mit neuer Innenausstattung und aktualisiertem Fahrwerk soll sich das Auto hierzulande besser verkaufen. Wie sich der frisch renovierte Mini-Kraxler fährt und was er bietet, klärt autoplenum.de.

Eigentlich könnte man bei Ford mit dem EcoSport zufrieden sein. Das kleine SUV auf der Basis des Ford Fiesta war schon bei seinem Debüt vor rund zwei Jahren ein Hingucker. Ein solches Fahrzeug hatte bis dato keiner der Konkurrenten im Sortiment. Das hat sich bis heute auch nicht geändert, denn selbst der Mocca von Opel ist deutlich größer und wuchtiger. Doch die kostenoptimierte Produktion in Brasilien machte dem Ford in Deutschland zu schaffen. Mit Rücksicht auf eine weltweit hohe Marktakzeptanz hatte Ford auf besonders hochwertige Lösungen verzichtet und die Konstruktion eher einfach gehalten. Ein Fauxpas für den deutschen Markt, denn hier fielen die Zugeständnisse in Qualität und Ausstattung schnell auf, was den Absatz stocken ließ. Doch mit der Überarbeitung soll das nun Schnee von gestern sein: Mit dem neuen EcoSport möchte Ford auch hierzulande für einen Ausbau ihrer Position auf dem hart umkämpften und boomenden Markt der SUV’s sorgen.

Zweiter Versuch mit mehr Qualität?
Von außen ist zunächst einmal nicht viel von der neuen Qualität zu sehen. Der EcoSport sieht aus wie immer. Klein und knuddelig steht er da. Einziger Unterschied zum Vormodell: das Reserverad, welches jetzt entfallen ist und nicht mehr an der Hecktür hängt. Ein Detail, das offenbar dem Gedanken geschuldet ist, dass im EcoSport sowieso keiner weiter als 20 Kilometer außerhalb der Zivilisation und damit jenseits des Wirkungskreises des Pannendienstes unterwegs sein wird. Wer es dennoch wagen will, für den gibt es gegen 200 Euro Aufpreis das Rad wieder am Heck. Unverändert bleiben die Karosseriequalität und Innenraumausstattung. Beides ist ganz im Sinne der US-Hersteller einfach und praktisch gehalten. Allerdings ist das neu gestaltete Armaturenbrett wegen der Vielzahl von Knöpfen etwas verwirrend. Auf dem 4 Zoll großen Bildschirm soll künftig auch das Navigationssystem dem verirrten Fahrer den Weg weisen. Der Ford erfreut mit Dingen, die im Alltag wichtig sind. So klappt die Anbindung des Mobiltelefons samt Nebenfunktionen via Sprachkommandos und Bluetooth erstaunlich gut und auch die Bedienung der wesentlichen Fahrzeugfunktionen gelingt auf Anhieb ohne Studium der Bedienungsanleitung. Doch man darf es nicht verschweigen: Die Haptik und Passungen der Kunststoffteile, das Feeling der Schalter und Drehregler wie auch die Stoffe könnten besser sein. Das ließe sich nur damit entschuldigen, dass es ja ein Off-Roader sein soll, wo man auch mal feucht durchwischen muss.

Flotter Dreier oder braver Vierer?
Da der Ford also eher ein robuster Geselle ist, stellt sich die Frage nach seinem Antrieb. Reicht es zum Durchkommen jenseits des gepflasterten Gartenwegs? Der angebotene 1,0 Liter Dreizylinder Turbo Benziner mit 125 PS beantwortet diese Frage mit fröhlichem Geschnatter aus den Tiefen seiner Kurbelwelle. Bereits ab Leerlaufdrehzahl geht es munter voran und wer den kleinen Benziner drehen läßt, bekommt einen Eindruck davon, wie gut Downsizing funktioniert. Allzu unbefestigte Straßen sollte man aber nicht unter die Räder nehmen, denn einen Allradantrieb hat Ford nach wie vor nicht für den EcoSport im Programm – Frontantrieb muss reichen. Und das tut er in der Regel auch, selbst wenn es auf normalen Straßen schon mal flotter zur Sache geht. Die optimierte Fahrwerksauslegung macht in jeder Situation einen ordentlichen Eindruck. Der EcoSport federt gut, ist ausreichend komfortabel aber dennoch straff abgestimmt und verzeiht auch Fahrfehler, wie zu schnell angefahrene Kurven oder plötzliche Lastwechsel. Das der Ford an der Hinterachse nur anachronistische Trommelbremsen hat, ist zwar nicht schön, macht aber auch nichts, denn auch Bremsen kann der EcoSport ganz gut. Ein Blick auf die absoluten Zahlen stimmt dann auch froh. Mit flott erreichbaren 170 km/h (Spitze 180 km/h) ist der Ford ausreichend autobahntauglich. Der Praxisverbrauch von knapp sieben Litern (Werksangabe 5,4 Liter) reißt ebenfalls keine Löcher in die Haushaltskasse, wenngleich es mit einem sechsten Gang und einem Start/Stopp-System sicher noch einmal etwas weniger gewesen wäre. Freunde des Selbstzünders werden auch bedient: Der nahezu unverändert angebotene 1,5 Liter Vierzylinder leistet dabei 5 PS mehr als bisher und bietet mit 95 PS und 215 Nm eine gute Alternative für den Vielfahrer. Auf ein Automatikgetriebe muss dieser jedoch verzichten. Das gibt es nur in Verbindung mit dem Vierzylinder Benziner, der 112 PS leistet. Als Spitzenmotorisierung fungiert dagegen wieder ein Dreizylinder, nämlich ein auf 140 PS angehobener 1,0 Liter, den Ford im Laufe des Jahres 2016 auf den Markt bringt. 

Ruhe sanft im Ford
Der Verzicht auf eine Selbstzünder-Automatikversion ist nicht das einzige, was dem interessierten Ford Kunden bei dem Studium der Preisliste auffällt. Denn entgegen dem Trend der Autoindustrie, dem Kunden mindestens ein Dutzend Assistenzsysteme anzubieten, macht Ford beim EcoSport in dieser Hinsicht fast eine Nulldiät. Es gibt schlicht und einfach keine Assistenzsysteme. Im Ford darf noch selbst geparkt werden, beim Abbiegen ist der Schulterblick wieder obligatorisch und auf der Autobahn wird der Abstand zum Vordermann eigenhändig taxiert. Lediglich eine Einparkhilfe am Heck gibt Ford dem Fahrer gegen Mehrpreis an die Hand: Willkommen in der alten Welt. Doch so schlimm, wie sich das anhört, ist das gar nicht und man gewöhnt sich schnell an diese archaische Art des Autofahrens, so ganz ohne Hintergrundgebimmel und wildem Gezucke des bevormundenden Spurhalteassistenten am Lenkrad. Zu diesem „Old Scool Character“ passt die übersichtliche Gestaltung der Preisliste. Motor auswählen und zwischen den beiden Ausstattungsversionen Titanium oder Standard entscheiden – fertig, das war’s. Auto bestellen kann so einfach sein. Nur, wer es kuschelig mag, nimmt noch das Winterpaket mit Sitz- und Frontscheibenheizung dazu. Warum die zweite sinnvolle Ausstattungsoption, das Komfortpaket mit Tempomat und Regensensor, allerdings nur der Titanium Kunde bestellen darf, bleibt wohl ein Geheimnis der Ford Marketingstrategen. Doch sei es drum, denn mit gerade einmal 21.400 Euro ist der EcoSport mit dem 125 PS Motor ein ordentliches Angebot – wenn man mit den Schwächen im Karosseriebereich leben kann.

Fazit
Auch im zweiten Versuch bleiben die Karosseriequalität und die Innenraummaterialien das größte Problem von EcoSport. Dafür überzeugt der kleine SUV mit einem witzigen Konzept, einem spritzigen Antrieb und überschaubarem Preisniveau.

Pro: gelungener Antrieb (125 PS Benziner), geringer Verbrauch, ausreichende Platzverhältnisse, gute Variabilität, akzeptabler Preis.
Contra: keine Assistenzsysteme lieferbar, nur durchschnittliche Verarbeitungs- und Materialqualität, veraltetes Infotainment, kein Schiebedach und (noch) keine Anhängerkupplung im Angebot.

Technische Daten Ford EcoSport 1.0l EcoBoost
Maße und Gewichte

Länge/Breite/Höhe: 4.27/2.05/1,65 m
Radstand: 2,51 m
Leergewicht: ab 1.337 kg
Zuladung: 393 kg
Anhängelast (gebr./12 %): 1.500
Kofferraumvolumen: 333-1.238 l
Tankinhalt: 52l

Benziner 1,0 l EcoBoost

1,0: Leistung: 92 kw/125 PS, max. Drehmoment 170 Nm bei 1.400-4.500/min, 0–100 km/h in 12,7 s, Spitze 180 km/h; Testverbrauch 6,8l S/100 km, CO2-Ausstoß (Werksangabe) 125 g/km; ab € 20.790,-. Versicherungseinstufung: KH/VK/TK 16/23/18, Steuer 80 Euro/Jahr.
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Testwertung
3.5 von 5
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