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Testbericht

Stefan Grundhoff, 23. November 2017
Wer sich einen Transporter kauft, für den stehen Emotionen und Fahrspaß als Kaufgrund hinten an; möchte man meinen. Doch wer in einem Kleinlaster wie dem neuen Ford Transit Custom unterwegs ist, merkt schnell, dass Lieferdienste und Handwerker nicht leiden müssen.

Sie bevölkern auf der Autobahn zumeist die linke Spur, während sie in Innenstädten zumeist auf der rechten Fahrbahn unterwegs sind - leider parkend. Das Image der Lademeister ist in unseren Breiten alles andere gut und doch ermöglichen erst sie den Transport von Waren und Dienstleistungen von A nach B. Die einstig klapprigen Lastesel sind dabei längst Vergangenheit, denn in Sachen Ausstattung und Antrieb stehen die Lastesel mit Schiebetüren PKW schon wegen gesetzlicher Vorgaben und größerer Komfortansprüche in kaum etwas nach. Bestes Beispiel ist der Ford Transit Custom, seines Zeichens Europas meistverkaufter Transporter der begehrten Ein-Tonnen-Liga in den vergangenen zwei Jahren. In diesem Jahr sieht es nicht anders aus. Über 86.000 verkaufte Transporter in den Monaten Januar bis Ende September heißen auch in diesem Jahr bisher unangefochten Europas Nummer eins.

Um der großen Nachfrage nach Transit, Transit Custom und Tourneo Custom gerecht zu werden, wird das Werk im türkischen Kocaeli derzeit um 40.000 auf 330.000 Fahrzeuge pro Jahr ausgebaut. "Der Transit Custom schreibt seit seinem Debüt eine absolute Erfolgsgeschichte. Die neue Version bringt alles mit, um diesen Erfolg noch zu übertreffen", betont Hans Schep, Direktor Nutzfahrzeuge bei Ford Europa. "Wir haben sehr genau auf die Wünsche unserer Kunden gehört und bringen deshalb einen Eintonner, der jetzt noch schärfer aussieht, im Betrieb noch wirtschaftlicher ist und jede Menge clevere Features aufweist."

Damit das so bleibt, hat Ford sein Erfolgsmodell zum Jahre 2018 effizienter, sicherer und komfortabler gemacht. Das neue Design wird den durchweg gewerblichen Kunden dabei weit weniger wichtig sein, als die neue Antriebspalette und die erweiterten Ausstattungen. In einem ersten Schritt bietet der neue Transit Custom einen Zweiliter großen Commonrail-Diesel in drei Leistungsstufen mit 105, 130 und kraftvollen 170 PS. Wahlweise gibt eine Sechsgang-Handschaltung oder eine sechsstufige Getriebeautomatik, abgeleitet aus dem amerikanischen Vorbild, denn auch in den USA ist die Transit-Familie längst ein Erfolgsmodell. Das Topmodell mit 125 kW / 170 PS und einem maximalen Drehmoment von 405 Nm entpuppt sich dabei selbst beladen als wahres Kraftpaket. Doch könnte der Transporter angesichts des üppigen Kraftangebots Allradantrieb und Getriebeautomatik zu vertragen. Nicht nur auf rutschiger Fahrbahn zerrt der türkische Kölner mitunter kräftig am Steuer. Doch Allrad gibt es nur beim größeren Transit und eine Automatik bietet nur die schwächere 130-PS-Variante. Der Normverbrauch: 6,3 Liter Diesel.

Das maximale Drehmoment des Zweiliter-Triebwerks ist so groß, dass die beiden schwächeren Versionen des Transit Custom mit 105 und 130 PS kaum weniger überzeugend im Alltagseinsatz sind. Selbst die Basisvariante mit 77 kW / 105 PS bietet ein maximales Drehmoment von 360 Nm, sodass es aus dem Drehzahlkeller beladen wie unbeladen kraftvoll zur Sache geht. Lenkung sowie Bremsen sind gut und auch wenn die Sechsgang-Handschaltung einen guten Job macht - auch hier wäre die sechsstufige Getriebeautomatik das bessere Paket und wieso der Allradantrieb beim Transit Custom komplett außen vor bleibt, mag einem kaum einleuchten.

Die besonders sparsame Econetic-Variante des Ford Transit mit 105 PS soll sich dabei mit 5,7 Litern Diesel auf 100 Kilometern zufriedengeben. Dafür hat der Transit mit kurzem Radstand eine speziell abgestimmte Motorelektronik nebst Start-Stopp-System und eine abgeregelte Höchstgeschwindigkeit von überschaubaren 100 km/h. Besser, es daher bei der normalen Basisversion belassen. Die schafft locker 150 km/h. Ab 2019 folgt ergänzend einen Plug-In-Hybrid, der besonders Stadtfahrten interessant sein dürfte. Die rein elektrische Reichweite wird bei 50 Kilometern liegen. Als Range Extender ist der bekannte Einliter-Dreizylinderbenziner verbaut, der Fiesta und Focus antreibt. Mit vollem Tank sind dann 550 Kilometer drin.

Der geneigte gewerbliche Kunde hat beim Ford Transit Custom die Wahl zwischen unterschiedlichsten Modellen. So gibt es zwei Radstände (2,93 und 3,30 m), zwei Dachhöhen, zulässigen Gesamtgewichten von 2,6 bis 3,4 Tonnen, Nutzlasten von bis knapp 1,4 Tonnen sowie Aufbauten vom Kastenwagen über Kombi bis zur Doppelkabine. Der Kombi mit kurzem Radstand lässt sich für schwere Beladungen mit einer optionalen Luftfederung aufrüsten. Im Innenraum geht es rustikal, aber alles andere als spartanisch zu und gewissen Ähnlichkeiten zum aktuellen Ford Fiesta lassen sich kaum verneinen. Ordentlich, aber nicht auf top Standard ist das Bedien- und Multimediasystem Sync 3 mit acht Zoll großem Touchscreen, über das auch Navigation und Bluetoothtelefonie gesteuert werden. Immerhin lässt sich das System problemlos mit Apple Carplay Android Auto koppeln.

Nachgelegt hat der neue Ford Transit insbesondere auch bei den Sicherheitssystemen. So gibt es unter anderem einen variablen Geschwindigkeitsbegrenzer, Verkehrszeichenerkennung, Totwinkel-Assistent mit Querverkehrswarner sowie Rückfahrkamera, Tempomat, Müdigkeitswarner, Notbremsassistent mit Fußgängererkennung - alles frisch aus den aktuellen Ford-PKW implementiert. Der Basispreis für den Ford Transit Custom Kastenwagen mit 105 PS liegt netto bei 27.060 Euro; die besser ausgestattete 170-PS-Variante startet bei 32.560 Euro. Die Kombiversion mit 105 PS und kurzem Radstand soll das Herz von Personenbeförderern ab 29.160 Euro erwärmen. Viele dürften sich hier jedoch für die Kombination aus langem Radstand und 130-PS-Diesel in der Trend-Ausstattung entscheiden, der netto mindestens 34.060 Euro kostet.
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Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Getriebe:Sechsgang-Handschaltung
Motor Bauart:Vierzylinder Commonrail-Diesel
Hubraum:1996
Preis
Neupreis: 27060 (netto) € (Stand: 2017-11-23)
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: press-inform, 2017-11-23

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