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Testbericht

1. Februar 2015

Der Hyundai i10 ähnelt vom Design stark seinem großen Bruder i20, ist im Vergleich aber kleiner und preiswerter. Die Preise starten bei 9.950 Euro. Die LPG-Variante mit 67 PS ist lediglich in der Ausstattungsvariante „Trend“ mit manuellem Fünfganggetriebe erhältlich und kostet 12.920 Euro. Der Motor kann auch mit Benzin betrieben werden und leistet dann 69 PS. Die Mehrkosten für den LPG-Antrieb gegenüber dem reinen Benzinantrieb betragen 1.300 Euro.

Auf den ersten Blick wirkt der kleine Hyundai i10 so zart, dass man als großgewachsener Tester mit 1,88 Metern direkt denkt: Das ist nichts für mich. Innen folgt die Überraschung: Der Wagen baut so hoch, dass auch Sitzriesen ausreichend Platz haben. Sogar hinten können zwei Erwachsene einigermaßen bequem sitzen. Der Kofferraum fällt naturgemäß klein aus, aber drei Kisten Wasser gehen rein. Für den Großeinkauf müssen die Sitze umgeklappt werden.

Eine Start&Stopp-Automatik hat die LPG-Version des Hyundai i10 leider nicht. An der Schranke schaltet man den Motor von Hand aus.

Die Leistung ist für den i10 vollkommen ausreichend. In der Stadt wieselt er nur so um die Ecken und auf der Langstrecke waren wir mit zirka 160 km/h keine Behinderung. Bei der Lenkung scheiden sich die Geister: Gestandenen Testfahrern ist sie zu leichtgängig, unsere Kollegin fand sie beim Einparken dagegen „extrem cool“. 

LPG steht für Liquefied Petroleum Gas und ist in Sachen Kraftstoff bereits ein alter Hut. Trotzdem hat es bis heute mit zahlreichen Vorurteilen zu kämpfen.

Geringeres Kofferraumvolumen
LPG braucht einen zusätzlichen Tank und verringert somit das Kofferraumvolumen. Das stimmt. Beim Hyundai i10 ist der kleine LPG-Tankt allerdings anstelle des Reserverads eingebaut und verringert das Kofferraumvolumen lediglich minimal. 

Höheres Gefahrenpotential
Die Explosions-Gefahr ist nicht höher, als bei allen anderen Kraftstoffen auch. Deshalb wurde mittlerweile das entsprechende Gesetz in Deutschland so geändert, dass man auch mit druckgasbetriebenen Fahrzeugen in Tiefgaragen parken darf. 

LPG ist kompliziert
Beim Hyundai i10 merkt man erst an den zwei Tankanzeigen für LPG und Benzin, dass es sich um ein LPG-Fahrzeug handelt. Das Management übernimmt der Wagen weitgehen selbst. Der i10 startet immer mit Benzin und schaltet nach etwa 60 Sekunden automatisch auf Gas um. Dies wird im Anzeigeinstrument mit einer grünen LPG-Anzeige signalisiert. Während der Fahrt merkt man nichts – weder ein Klacken noch ein Ruckeln. Wenn der Gastank leer ist, signalisiert für etwa zehn Kilometer eine orangefarbene LPG-Anzeige: Gleich ist Schluss mit der günstigen Fahrt. Erlischt die Anzeige, wird unmerklich auf Benzin-Betrieb umgeschaltet. Um den günstigen Gas-Vorteile weiterhin nutzen zu können, sollte man sich jetzt nach einer LPG-Tankstelle umsehen. Man kann allerdings auch mit Benzin weiterfahren. 

LPG hat einen höheren Verbrauch
Das stimmt, aber nur unwesentlich und wird doppelt und dreifach über den niedrigen Preis für LPG wieder gut gemacht. Auch wenn Diesel und Benzin zurzeit extrem günstig sind, hat LPG den Steuer-Vorteil, und bleibt so konstant günstig. Im LPG-Betrieb kann mit dem Hyundai i10 im reinen LPG-Betrieb nur eine Strecke von etwa 250 bis 300 Kilometern zurückgelegt werden. Zusätzlich ist aber noch Benzin für etwa 400 bis 500 Kilometer an Bord, somit sind auch Langstrecken ohne Tankstopp möglich. Smartphone-Apps erleichtern das Finden der nächsten LPG-Tankstelle.

Tanken ist kompliziert
Nein, auch LPG-Ungeübte können den Tankvorgang einfach durchführen. Beim Hyundai-i10 ist der Gas-Tankanschluss geschickt hinter der Tankklappe positioniert. Zuerst wird ein Adapter aufgeschraubt, dann die Zapfpistole. Jetzt drückt man gleichzeitig auf den Hebel der Zapfpistole und auf den Knopf an der Tankanlage. Der Betankungsvorgang dauert etwa gleich lang wie das Befüllen mit Diesel und Benzin.

LPG-Tanken ist beim Hyundai i10 kein Problem. Die Zapfpistole ist bereist aufgeschraubt.

Wie erwähnt, hat der Hyundai i10 einen Zusatztank, der in der Reserveradmulde untergebracht ist.  Dieser bietet Platz für 27,2 Liter LPG und ermöglicht laut Hyundai bei einem Verbrauch von 6,5 Litern LPG pro 100 Km eine Reichweite im Autogas-Betrieb von über 450 Kilometern. Im Test geht diese Rechnung nicht auf. Da der Tank aus Sicherheitsgründen nur zu 80 Prozent befüllt werden kann, können in der Regel nur 21 bis 22 Liter nachgefüllt werden. Wir haben damit eine Reichweite von 250 Kilometer erzielt. Leider konnten wir keine Vergleichsrunde fahren, da zwar ein Bordcomputer vorhanden war, aber leider ohne Verbrauchsanzeige. Als Messwerte daher die Verbräuche von Tankstopp zu Tankstopp.

Modus Strecke [km] Geschw. [km/h] Verbrauch [l/100km]
1. Tankstopp LPG, Landstraße 204 - 7,5
2. Tankstopp LPG, BAB 260 105 7,7
3. Tankstopp LPG, BAB 250 110 -
1. Tankstopp Benzin 360 - 6,1

Fazit
Der Hyundai i10 ist ein pfiffiges Auto, dass an der Tankstelle dank günstiger Preise eine Menge Spaß macht – und das bei einer Geschwindigkeit von 110 km/h auf der Langstrecke. Vermisst haben wir nur den Tempomaten, den es zwar für den i10 gibt, aber offensichtlich nicht für die LPG-Version. Wie für alle Neuwagen bietet Hyundai auch für den werksseitig mit LPG ausgerüsteten i10 eine vorbildliche Fünf-Jahres-Garantie ohne Kilometerbegrenzung an.

Der Hyundai i10 ist ein cooler City-Flitzer mit serienmäßigen Fahrspaß.

*Alle Preise ohne Gewähr, gerundet Stand Januar 2015

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Testwertung
3.5 von 5
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