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Testbericht

Wolfgang Gomoll, 31. Januar 2019

Mercedes peppt seine V-Klasse auf. Vor allem technisch tut sich einiges: der beliebte Kleinbus bekommt neue Dieselmotoren und mehr Assistenzsysteme.

Die Mercedes Kleinbusse erreichten nie den Kultstatus eines VW Bulli. Dazu kamen die Großraumfahrzeuge viel zu spät auf den Markt. Als die erste Baureihe vom Typ W638 im Jahre 1996 das Licht der automobilen Welt erblickte, wuchsen den Woodstock-Aktivisten, die noch in VW Bussen zum Sit-In gepilgert waren, die ersten grauen Haare. Der Konkurrent aus dem Ländle war halt funktionell - egal, ob er Viano oder V-Klasse hieß. Inzwischen hat sich die V-Klasse für den schwäbischen Autobauer zum Kassenschlager entwickelt. Seit 2014 wurde die dritte Generation des Kleinbusses rund 209.000 Mal verkauft. Allein im vergangenen Jahr übergaben die Mercedes-Händler 64.000 Neuwagenschlüssel und mittlerweile sind auch die Asiaten auf den Geschmack gekommen. China zählt neben Deutschland und Spanien zu den drei wichtigsten Märkten der V-Klasse. Die Großraum-Limousine ist so etwas, wie der Jungbrunnen der Marke mit dem Stern. \"Wir erreichen mit der V-Klasse die jüngste Zielgruppe. Dreiviertel der Kunden sind unter 55 Jahre alt\", erklärt Marketingchefin Dr. Marion Friese.

Jetzt steht eine Modellpflege an, die den Kaufanreiz möglichst hochhalten soll. Vom rustikalen Blaumann-Charme der Nutzfahrzeuge entfernen sich die Großraumvans ohnehin immer mehr. Für die modellgepflegte V-Klasse gibt es sogar eine AMG-Line. Gottseidank haben es die Designer mit dem Trainingsanzug nicht übertrieben: Ein Diamantgrill und ein paar Chromapplikationen - das war es dann auch schon. Alle die von einem rollenden Passagierjet a la V 63 AMG träumen, holt die Realität des Motorbauraums ein. \"Ein Achtzylinder passt nicht rein. Selbst bei einem Sechszylinder wird es schon extrem knapp\", heißt es bei Mercedes. Optisch fällt die Überarbeitung überschaubar aus: Eine aufgehübschte Front mit größeren Lufteinlässen und Rauten im Kühlergrill. Im Innenraum fallen neue Lüftungsdüsen und veränderte Zierelemente auf. Im Fond gibt es jetzt Luxussitze mit Liegefunktion und Massagefunktion, da nimmt jede Langstreckenfahrt ein entspanntes und glückliches Ende. Für Camper gibt natürlich auch wieder die MarcoPolo-Variante, die nicht unter 61.990 Euro zu haben ist. Die Outdoor-Variante hat jetzt die dringend benötigte höhere Zuladungsmöglich von mindestens rund 400 Kilogramm.

Technisch rüstet Mercedes die V-Klasse schon mehr auf, vor allem mit dem aus der C-und E-Klasse bekannten Vierzylinder-Diesel (Motorenkennung: OM 654) im V 250 d mit 140 kW / 190 PS. Der Selbstzünder zeichnet sich durch einen verbesserte Geräusch- und Schwingungskomfort aus, was angesichts des rauen Vorgängers nicht sonderlich schwer ist. Durch innermotorische Maßnahmen, wie zum Beispiel eine Laufbahnbeschichtung, verbraucht der V 250 zwischen 5,9 und 6,3 Liter pro 100 Kilometer. Das sind 13 Prozent weniger, als beim Vorgänger. Wem das zu wenig Dampf ist, der kann sich beim V 300 d aus der gleichen Motorbaureihe mit 176 kW / 239 PS bedienen, der ebenfalls 5,9 bis 6,3 l/100 km verbrauchen soll und zu dem maximalen Drehmoment von 500 Newtonmetern kurzzeitig noch 30 weitere Nm aufsatteln kann. Neu bei der V-Klasse ist auch die bekannte Neungangautomatik. Damit diese Kraft auch vernünftig auf den Asphalt kommt, ist optional auch ein Allradantrieb erhältlich. Standardmäßig hat die V-Klasse Hinterradantrieb. Ein Benziner ist für Deutschland derzeit nicht in Planung.

Bei den Assistenzsystemen geht die Pkw-sierung der V-Klasse weiter. Jetzt gibt es auch einen Notbremsassistenten, der auch auf Fußgänger, die in der Stadt die Fahrbahn überqueren, reagiert. Außerdem noch in der Verlosung: Der Fernlichtassistent, der automatisch abblendet und entgegenkommende beziehungsweise vorausfahrende Fahrzeuge nicht beleuchtet, aber den Rest der Fahrbahn sehr wohl. In Deutschland startet die V-Klasse ab 36.990 Euro und ist ab März erhältlich. Wenn man den Familienbus nach Gusto ausstattet, dürfte der Preis deutlich nach oben schnellen. Die Zukunft der V-Klasse ist ohnehin elektrisch: Auf dem Genfer Automobilsalon steht das Concept EQV, der Vorbote es E-Raumgleiters, der bald erscheinen wird - vermutlich schon nächstes Jahr.

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Testwertung
4.0 von 5

Quelle: Autoplenum, 2019-01-31

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