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Testbericht

Holger Holzer/SP-X, 22. März 2017

Der VW Passat ist seit Jahren hinter dem Konzernbruder Golf das meistverkaufte Auto in Deutschland. Zwar sind neun von zehn Käufern gewerbliche Nutzer, aber auch für Privatpersonen kann der geräumige Reisewagen interessant sein. Eine Kaufberatung.

Kurzcharakteristik: Vom piefigen Allerwelts-Dienstwagen für Handelsvertreter hat sich der Passat mittlerweile weit entfernt. Die seit Ende 2014 angebotene achte Generation ist ein edler Langstreckengleiter mit kühlem Quasi-Premiumflair, der sich auch vor den Standardversionen von Audi A4 oder der Mercedes C-Klasse nicht verstecken muss. Allerdings orientieren sich mittlerweile auch die Preise an der süddeutschen Konkurrenz: Unter 30.000 Euro geht wenig. Und das Top-Modell ist mit ein bisschen Sonderausstattung schnell bei 50.000 Euro und mehr.

Karosserieversionen: Ein Passat ist in Deutschland fast immer ein Kombi. Kaum jede fünfte Neuzulassung entfällt auf die Limousine, der trotz erfolgreicher Aufwertung der Baureihe immer noch das Image als Statussymbol fehlt. Im Gegensatz etwa zu den Modellen von Mercedes und BMW. Allerdings zählt der alternativ angebotene Variant auch zu den besonders praktischen Kombis, denn er verschließt sich dem Modetrend zu möglichst schnittig gestalteten und ebenso engen Heckpartien. Bis zu 1.780 Liter passen hinter die große Klappe, mehr als etwa beim eine Klasse höher angesiedelten Audi A6 Avant. Wer den Variant dadurch zu unförmig findet, kann aus der Not eine Tugend machen und gleich die extra bullige Alltrack-Version im Offroad-Stil bestellen, die immer mit Allradantrieb und starken Motoren ausgeliefert wird. Nicht mehr offiziell zur Passat-Familie zählt rotz weitgehend ähnlicher Technik der coupéhafte Viertürer CC sowie sein Arteon genannter Nachfolger.

Motoren: Mit einem derart breit gefächerten Antriebsprogramm wie der Passat können nur wenige Konkurrenten in der Mittelklasse aufwarten. Zur Wahl stehen fünf Benziner und vier Diesel, die ein Leistungsspektrum von 92 kW/125 PS bis 206 kW/280 PS abdecken, teils mit Allradantrieb und fast ohne Ausnahme mit einem Automatikgetriebe kombiniert werden können. Dabei kommt je nach Motorisierung ein bei VW DSG genanntes Doppelkupplungsgetriebe mit sechs oder sieben Gängen zum Einsatz. Eine klassische Wandlerautomatik ist nicht zu haben. Ordentliche Fahrleistungen bieten bereits die Basismotoren. Wer viel fährt, ist mit dem Diesel und dem Benziner ab der 150-PS-Stufe souveräner unterwegs. Den Selbstzünder gibt es auf Wunsch mit SCR-Katalysator, das Basismodell soll ohne die Abgasreinigung auskommen können. Wer das Vertrauen in den Diesel verloren hat, findet als Alternative ein 160 kW/218 PS starkes Plug-in-Hybridmodell, das einen Vierzylinderbenziner mit einem Elektromotor kombiniert, dessen Akku an der Steckdose auffüllbar ist. Der offizielle Normverbrauch beträgt 1,7 Liter auf 100 Kilometer, berücksichtigt aber nicht den Stromverbrauch von rund 12,7 kWh. Finanziell und ökologisch lohnt sich das GTE genannte Modell allerdings nur, wenn man immer mit einigermaßen geladenen Batterien unterwegs ist. Mit 44.250 Euro liegt der Preis deutlich über dem des teuersten Diesels, teilweise ausgeglichen wird das durch eine umfangreichere Ausstattung.

Ausstattung: Wie auch bei allen anderen Modellen üblich bietet VW den Passat in den klassischen drei Stufen „Trendline“, „Comfortline“ und „Highline“ an, dazu kommen die Spezial-Linien „Alltrack“ und „GTE“. Die unterste Linie hat das wichtigste an Bord, lässt sich aber nur begrenzt durch Einzelextras aufrüsten. So gibt es beispielsweise keine Navi-Option und auch viele Assistenten sind nicht wählbar. Allein aus diesem Grund ist für die meisten Käufer „Comfortline“ die bessere Wahl, die werksseitig bereits mit Leichtmetallrädern, Tempomat, höhenverstellbaren Komfortsitzen und Einparkhilfe am Heck vorfährt. Zudem können in diesem Fall die meisten Extras als Einzelposten gewählt werden. Empfehlenswert sind vor allem die LED-Scheinwerfer (ab 1.090 Euro), eine automatische Distanzregelung (ACC) inklusive Notbremsfunktion für den Tempomat (450 Euro), ein Radio-Upgrade mit Navigationssystem (ab 555 Euro) und die preisgünstige umklappbare Beifahrerlehne (94 Euro). Hilfreich und schön anzuschauen ist auch das sogenannte „Active Info Display“ (665 Euro), das die klassischen Analoginstrumente ersetzt. Getrost verzichten kann man hingegen auf das Head-up-Display (ab 565 Euro), das seine Informationen nicht direkt in die Windschutzscheibe, sondern auf ein durchsichtiges Stück Plastik auf dem Instrumentenbrett projiziert. Ebenfalls nicht nötig für den harmonisch abgestimmten Passat ist die adaptive Fahrwerksregelung (1.200 Euro) - es sei denn, man wählt aus optischen Gründen die unkomfortablen 18- oder 19-Zoll-Felgen (ab 650 Euro). Kombi-Käufer sollten sich das umfangreiche Laderaumprogramm mit Gepäcknetzen und Schienensystemen.

Empfehlungen:
Für Vielfahrer: VW Passat 2.0 TDI (140 kW/190 PS) „Comfortline“, Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe, Radio Composition Media, Active Info Display, Fahrerassistenzpaket Plus (u.a. LED-Scheinwerfer), Ergo-Komfortsitz, ab 40.840 Euro.

Für Freizeit und Familie: VW Passat Variant Alltrack 2.0 TDI (110 kW/150 PS), Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe, Allradantrieb, Fahrerassistenzpaket Plus (u.a. LED-Scheinwerfer), Radio Composition Media, Rückfahrkamera, Gepäckraummanagement-Paket, Gepäcknetz, ab 48.365 Euro.

Für Diesel-Skeptiker: VW Passat GTE (160 kW/218 PS), Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe, Ladekabel für Wechselstrom-Ladestation, Composition Media mit Navigationssystem, ab 46.225 Euro.

 

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Fazit

Neueste Technik, viele Motoren und edle Machart: Beim VW Passat müssen verwöhnte Käufer auf nichts verzichten. Das hat allerdings seinen Preis.

Testwertung
4.5 von 5

Quelle: Autoplenum, 2017-03-22

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