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Testbericht

Holger Holzer/SP-X, 29. November 2010

Allradantrieb beruhigt – gerade im Winter. Und die traktionsfördernde Technik muss gar nicht teuer sein. Zahlreiche 4x4-Modelle gibt es bereits für unter 15.000 Euro. Eine Marktübersicht der günstigen Winterautos.

Absoluter Preisbrecher ist der Lada Niva. Der russische Geländewagen-Klassiker steht für konkurrenzlose 9.500 Euro in der Preisliste. Allerdings ist „Klassiker“ in diesem Fall wörtlich zu nehmen: Die Technik des Dreitürers stammt größtenteils noch aus den 70er-Jahren, der Innenraum entfaltet spartanisches Ostblock-Flair und die Sicherheitsausstattung ist im besten Fall lückenhaft zu nennen - selbst ABS kostet extra. Beim Fahren auf befestigter Straße gibt sich der Russe behäbig und überraschend unhandlich. Die andere Seite der Medaille: Der Niva ist unendlich robust und mit zuschaltbarem Allradantrieb, Geländeuntersetzung und mechanisch sperrbarem Mittendifferential abseits der Asphaltwege ein herausragender Kraxler. Als Winterauto eignet er sich so vor allem für Bewohner sehr ländlicher Gegenden. Dort kann er seine Offroad-Kompetenz ins Spiel bringen.

Etwas weniger kernig tritt der Fiat Panda 4x4 auf. In der preiswertesten Allradvariante für 12.870 Euro unterscheidet sich der fünftürige Kleinwagen optisch kaum von den Frontantriebs-Versionen. Wie beim Lada muss der Allradantrieb beim Fiat bei Bedarf per Hand zugeschaltet werden. Dann entwickelt der Kleine auch dank einer elektronischen Differentialsperre durchaus ordentliche Fähigkeiten im Gelände. Im Stadtverkehr fährt er sich hingegen wie ein typischer Kleinwagen: wendig und ausreichend flott. Hinzu kommt trotz lediglich 3,54 Metern Länge ein gutes Raumangebot. Der 1,2-Liter-Basismotor mit 44 kW/60 PS hingegen kann nicht punkten. Trotz mauer Leistung und schwachen Durchzugs verbraucht er fast sieben Liter. Geeignet ist der Panda so vor allem für Stadtbewohner mit gelegentlichem Bedarf an Zusatz-Traktion, etwa beim Erklimmen urbaner Steigungen, die der Räumdienst noch nicht freigeschaufelt hat.

Ebenfalls als Traktions-Wolf im Schafspelz kommt der Daihatsu Sirion 4 WD daher, der äußerlich kaum als Allrader zu erkennen ist. Bei Abmessungen und Karosseriekonzept spielt er in der gleichen Liga wie der Panda, mit seinem 64 kW/87 PS starken 1,3-Liter-Benziner ist er jedoch etwas kräftiger motorisiert. Die Preise starten aktuell bei 13.990 Euro. Im Unterschied zu Panda und Lada verfügt der Daihatsu über permanenten Allradantrieb. Sobald die Vorderräder durchdrehen, leitet eine Viscokupplung einen Teil der Antriebskraft auf die Hinterachse, so dass es weiter vorwärts geht. Das ist für den Alltagsverkehr praktischer als die zuschaltbare Technik, die im harten Gelände aber Vorteile bietet. Im Vergleich punktet der Daihatsu damit durch Alltagstauglichkeit und einfache Bedienung.

Neuzugang im Feld der preiswerten Allrader ist der Dacia Duster. Das SUV basiert auf dem Billigauto Logan und hat die zuschaltbare Allradtechnik von Kooperationspartner Nissan an Bord. Optisch wirkt der große Fünftürer mit seiner bulligen Karosserie im Offroad-Stil vor dem Hintergrund deutlich dynamischer gezeichneter Wettbewerber etwas altmodisch. Und auch die Technik ist eher robust als hochmodern. Das zeigt sich auch bei der Sicherheitsausstattung: In der Basisversion gibt es nur zwei Airbags, der Schleuderschutz ESP ist für einige Varianten nicht einmal gegen Aufpreis zu bekommen. Dafür kostet der 4,32 Meter lange Fünfsitzer in der preiswertesten Allradversion gerade mal 13.700 Euro. Als Antrieb fungiert dann ein 77 kW/105 PS starker Benziner. Der Duster ist die perfekte Allradalternative für Fahrer mit großem Platzbedarf und kleinem Selbstdarstellungsdrang.

Eine herausragende Stellung in der überschaubaren Klasse der preiswerten Allrader hat Suzuki inne. Als einziger Hersteller haben die Japaner hier gleich zwei Modelle im Programm. Eher rustikal geht es im Jimny zu. Der kleine Geländewagen ist ab 14.600 Euro mit zuschaltbarem 4x4-System zu haben. Ein Reduktionsgetriebe sorgt zusätzlich für Geländegängigkeit. Auf befestigten Straßen ist das Fahrverhalten dafür etwas gewöhnungsbedürftig. Als kleines Lifestyle-Mobil macht der im klassischen Geländewagenstil gezeichnete Jimny aber auch in der Stadt eine gute Figur – vor allem in der Cabrioversion, die dann allerdings 17.000 Euro kostet. Den Antrieb besorgt in beiden Fällen ein 1,3-Liter-Benziner mit 63 kW/86 PS.

Zweiter Vertreter der Marke ist der für Anfang 2011 in der 4x4-Variante angekündigte Kleinwagen Swift. Schicker Retrostil, ordentliches Platzangebot und sparsame Motoren gehören zu seinen Vorzügen. Die Allradversion gibt es nur als Fünftürer, motorseitig kommt ein 1,2-Liter-Benziner mit einem Normverbrauch von vergleichsweise niedrigen 5,5 Litern zum Einsatz. Der Preis für das ordentlich ausgestattete Basismodell startet bei 14.490 Euro. Der Swift ist damit zwar der teuerste unter den Kandidaten, wohl aber auch der komfortabelste und vielseitigste. Holger Holzer/SP-X

Wer Allradtechnik will, muss nicht unbedingt teure Luxus-SUV kaufen. Auch unterhalb von 15.000 Euro gibt es zahlreiche Alternativen. Interessant sind sie nicht nur als Winterauto für Motorrad- oder Cabriofahrer.

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Fazit
Wer Allradtechnik will, muss nicht unbedingt teure Luxus-SUV kaufen. Auch unterhalb von 15.000 Euro gibt es zahlreiche Alternativen. Interessant sind sie nicht nur als Winterauto für Motorrad- oder Cabriofahrer.
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: Autoplenum, 2010-11-29

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