Weltpremiere eines Zustellfahrzeugs: eT! fährt elektrisch und teilautomatisch
Testbericht
Mobilität ist mehr als nur der Weg von A nach B. Von ihr wird zunehmend Perfektion verlangt, wenn es darum geht, Waren, Dienstleistungen oder aber auch Hilfe zu bringen. Ein Think Tank, gebildet von der Volkswagen Konzernforschung und der Deutschen Post sowie der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, sollte Antworten finden auf zukünftige Transport- und Mobilitätsfragen. Das Ergebnis war ein völlig neues Fahrzeugkonzept für die Zustell- und Logistikbranche: der rein elektrisch angetriebene Transporter eT!Auf der Suche nach der „perfekten Lösung“ analysierten die Partner Prozessabläufe und Kundenbedürfnisse und leiteten daraus die weitere Entwicklung von Zustell- und Kurierfahrzeugen ab. Forschungsschwerpunkte seien das emissionsfreie Fahren und die Platzverhältnisse in den Innenstädten, teilautomatische Fahrfunktionen, die die Arbeitsprozesse sinnvoll unterstützen und vereinfachen, sowie die Integration neuer Kommunikationstechnologien gewesen, erklärt Prof. Dr. Jürgen Leohold, Chef von VWs Konzernforschung. Zudem sollte es ein sehr emotionales Nutzfahrzeug werden. Dazu habe man nicht aus der Vergangenheit in die Zukunft geschaut, sondern das Konzept aus der Zukunft heraus durch eine Weiterentwicklung der heute verfügbaren Technologien umgesetzt, erklärt Leohold den Unterschied zu herkömmlichen Herangehensweisen.Die Forscher sind sich einig, eT! hat das Zeug dazu, eines Tages die Welt der leichten Nutzfahrzeuge zu revolutionieren: Komplett neu konzipiert, emissionsfrei angetrieben, bis in den letzten Winkel durchdacht und bei Bedarf teilautomatisch fahrend! „Insbesondere die Möglichkeit, den Wagen teilautomatisch und elektrisch in den Innenstädten bewegen zu können, vereint konsequenter denn je ökonomische und ökologische Aspekte“, so Dr. Wolfgang Schreiber, Sprecher des Vorstands von VW Nutzfahrzeuge. Der eT! stehe für das bei E-Fahrzeugen im gewerblichen Bereich momentan maximal machbare Technologieniveau. Dank der eingesetzten Radnaben-Elektromotoren ist eT! nicht nur emissionsfrei unterwegs. Die pfiffige Anordnung des Radnabenantriebes bietet auch maximale Bewegungs- und Wendefreiheit und eine optimale Nutzung des Fahrzeuginnenraums.Anders als der Golf oder up! mit Elektromotor, die schon bald zur Verfügung stehen werden, kommt eT! nicht postwendend auf den Markt, bremst der Autobauer etwaige Erwartungen. Aber man müsse heute planen, wie ab der zweiten Hälfte des Jahrzehnts die Welt der leichten Nutzfahrzeuge auch im Hinblick auf den Elektroantrieb aussehen könnte, deutet VWs Konzernbeauftragter für Elektrotaktion, Dr. Rudolf Krebs, die strategischen Überlegungen schon mal an.Um Postzustellern und Kurierfahrern die Arbeit zu erleichtern und sicherer zu machen, die Logistik zu optimieren und Zustellzeiten zu verkürzen, kann eT! auch teilautomatisch betrieben werden. Der Wagen folgt dem Zusteller dabei von Haus zu Haus („Follow me") oder fährt auf Befehl zum Zusteller („Come to me"). Fahrerlos! Alternativ kann der Fahrer den Wagen von der schnell zu erreichenden und mit einem Stehsitz ausgestatteten Beifahrerseite über einen Drive Stick dirigieren. Auf der dem Gehweg zugewandten Beifahrerseite gibt es deshalb eine in zwei Stufen elektrisch öffnende Schiebetür. Sie gestattet einen extrem schnellen Zustieg und Zugriff auf die Postsendungen. Laufwege um das Fahrzeug sind Vergangenheit.Die im Design Center Potsdam als Weltpremiere gezeigte Studie eT! wurde speziell für die Zustellung von Post aller Art konzipiert. Das Forschungsfahrzeug wird in eine Testerprobung integriert und weiter analysiert. (Auto-Reporter.NET/br)




























