Der neue BMW X2 ist auf autoplenum zwar gelistet – nur die Motorwahl fehlt leider immer noch. Deshalb packe ich meine Eindrücke hier rein. Ich hatte den BMW X2 sDrive18d: 150-PS-Diesel mit Frontantrieb, zweite Generation, Modelljahr 2025.
Der sDrive 18d ist souverän statt spektakulär, aber genau richtig. Der „kleine“ Diesel leistet 150 PS und stellt zwischen 1.500 und 2.500 U/min ein maximales Drehmoment von 360 Nm bereit. Das sind Werte, die nicht nach Stammtisch klingen, aber im Alltag genau die Art von Souveränität liefern, die man an einem Diesel immer mochte: früh Druck, wenig Drama.
Die Messwerte zeigen, dass der X2 damit absolut ordentlich unterwegs ist. Braucht man wirklich mehr Leistung? Ganz rational betrachtet: eher nicht. Für ein SUV, das in dieser Klasse schnell bei rund 1,7 Tonnen landet, ist der 18d potent genug, ohne dabei so zu tun, als wäre er ein Kraftpaket. Er ist eher der Typ „ich mach das“, nicht „ich schreie es raus“. Dazu passt das serienmäßige 7-Gang Steptronic Getriebe mit Doppelkupplung, das im Alltag angenehm unauffällig arbeitet: schnelle Reaktionen, saubere Gangwahl, wenig Hektik. Die Schaltpaddles am Lenkrad sind mehr ein Angebot fürs Gefühl als eine Notwendigkeit. Man nutzt sie, wenn man Lust hat, nicht weil man muss. Über die linke Wippe lässt sich eine Boost-Funktion aktivieren, wenn man maximalen Leistungsabruf möchte, auch ohne elektrische Unterstützung an Bord.
Typisch Diesel bleibt allerdings: Wenn man ihn hoch dreht, wird er hörbar, aber tritt nicht störend hervor. Seine Komfortzone ist nicht das sportliche Auswringen, sondern das entspannte Kilometersammeln. Genau da fühlt sich der 18d zu Hause. Auf Landstraße, auf langen Etappen und auf Autobahnen, die nicht permanent nach Vollgas schreien. Und das ist im Jahr 2026 irgendwie auch wieder eine kleine Stärke. Während viele Antriebe inzwischen „technisch beeindruckend“ sind, ist so ein Diesel vor allem eins – effizient, stressfrei und reichweitenstark.
Im besten Fall sind Durchschnittsverbräuche knapp unter fünf Litern pro 100 Kilometer drin, was bei 45 Litern Tankvolumen Reichweiten um 900 Kilometer möglich macht. Im Alltag lande ich bei 5,8 l/100 km.
Unterm Strich ist der 18d damit der Antrieb für alle, die nicht jeden Tag „mehr“ brauchen, sondern einfach nur satt Drehmoment, entspanntes Fahren und Reichweite. Genau dafür macht er im X2 eine überraschend runde Figur.
Das optionale Adaptive M Fahrwerk kombiniert eine frequenzselektive Dämpfung mit Sportlenkung und einer Tieferlegung um 15 Millimeter. Technisch setzt BMW dabei auf variable, mechanisch geregelte und frequenzselektive Stoßdämpfer, die in Verbindung mit der Tieferlegung vor allem eines klar machen: Hier wird eher Richtung Fahrdynamik als Richtung Sofakissen abgestimmt.
Und genau das merkt man im Alltag. Die straffere Auslegung bedeutet BMW nimmt den Komfort raus und packt ordentlich Fahrdynamik rein. Selbst dann, wenn die Dämpfer adaptiv arbeiten. Vor allem kurze Wellen und Querfugen können die Abstimmung recht deutlich anregen und bringen dann spürbar Unruhe in den Aufbau. Wer sich einen betont geschmeidigen Federungskomfort erhofft, wird hier eher nicht abgeholt. Dafür fühlt sich der BMW X2 jederzeit „wach“ an, dem ein oder anderen vielleicht manchmal fast schon ein bisschen zu wach.
Auf der anderen Seite ist es eben auch typisch BMW, Fahraktivität gehört zur Marken-DNA. Und sobald die Straße kurviger wird, dreht der X2 richtig auf. Die Lenkung gibt präzise Rückmeldung, das Auto lässt sich sauber in die Kurve stellen, die Seitenneigung bleibt angenehm gering, und auf Lenkbefehle reagiert der Wagen spontan und sehr direkt. Der Grenzbereich liegt hoch und das fühlt sich in dieser Klasse tatsächlich nach „mehr als Standard“ an. Wer es gern dynamisch angeht, wird das Modell genau dafür feiern, dass der X2 lieber stramm steht als weich nachwippt.
Der neue X2 ist nicht nur optisch gewachsen, sondern auch ganz offiziell in Zahlen. Vom Plus an Radstand und Spurweite profitiert der BMW X2 spürbar – und zwar nicht nur vorn, sondern auch in Reihe zwei. Die Kniefreiheit im Fond wächst um 25 Millimeter, was ich mit meinen langen Beinen bei 1,80 Meter positiv bemerke. Trotzdem sitze ich natürlich am liebsten dort, wo der X2 am meisten „BMW“ ist: hinter dem Lenkrad. Hier passen Ergonomie, Platzgefühl und die gesamte Fahrerorientierung richtig gut zusammen.
Trotz der Coupé-Form wirkt der Innenraum nicht beengt, und auch hinten fühlen sich die Passagiere nicht eingesperrt. Natürlich, im Vergleich zum BMW X1 kostet die flachere Dachlinie etwas Kopffreiheit, doch für aufrecht sitzende Personen bis etwa 1,85 Meter reicht es absolut. Vorn ist das Platzangebot angenehm großzügig, auch für größere Menschen.
Ein echtes Plus sind die neuentwickelten Sportsitze. Sie verbinden Komfort mit knackigem Seitenhalt und treffen damit genau den Sweet Spot, den man in einem X2 erwartet. Mein Fahrzeug war dabei gefühlt das volle Verwöhnprogramm. Einstellmöglichkeiten für Sitzneigung und Sitztiefe, elektrische Justierung von Länge und Höhe, Memory-Funktion, dazu eine Lordosenstütze samt Massagefunktion und Sitzheizung – man merkt einfach, wie sehr BMW hier auf Langstrecken-Qualitäten setzt, ohne den sportlichen Anspruch zu verwässern.
Bei den Materialien und Polstern lässt BMW ebenfalls viel Spielraum. Das Lenkrad passt da ins Bild. Das serienmäßige Sport-Lederlenkrad kommt mit hochwertig gestalteten Akzentspangen in Perlglanz Chrom, großen Daumenauflagen und Multifunktionstasten. Mit M Sportpaket wird’s noch markanter, gibt es dann ein M Lederlenkrad im Drei-Speichen-Design inklusive Schaltwippen. Eine Lenkradheizung ist jeweils optional verfügbar.
Eines der weiteren Highlights ist das Panorama-Glasdach. Die dunkel eingefärbte Glasfläche reicht weit nach hinten und bringt spürbar mehr Licht und Weite ins Auto, ohne dabei „Wintergarten-Vibes“ zu übertreiben. Kombiniert mit dem optionalen Ambiente Licht wird’s abends richtig stimmungsvoll.
Das Cockpit selbst wirkt modern und angenehm aufgeräumt. Eine flache Armaturentafel dient als Bühne für das BMW Curved Display, dazu eine schwebend wirkende Armauflage mit integriertem Bedienfeld zwischen Fahrer und Beifahrer. Das Ganze fühlt sich sehr „aus einem Guss“ an. Das Curved Display ist rahmenlos, leicht zum Fahrer geneigt und kombiniert ein 10,25 Zoll großes Information Display mit einem 10,7 Zoll Control Display unter einer gemeinsamen Glasfläche.
Mit dem BMW Operating System 9 und dem neuen Einstiegsbildschirm ist die Bedienlogik deutlich stärker auf „direkt zum Punkt“ getrimmt. Über QuickSelect lassen sich Funktionen ohne Umweg über Untermenüs aufrufen, die Menüstruktur wirkt flacher und aufgeräumter. Auf der linken Seite des Displays sitzen vertikal angeordnete Symbole, zwischen denen man per Wischbewegung wechseln kann.
Das geht nach kurzer Eingewöhnung flott. Allerdings muss man sich damit auch anfreunden. Der legendäre iDrive-Knopf fehlt, und auch die haptischen Tasten für die Klimaanlage sind Geschichte. Die Steuerung läuft nun hauptsächlich über den Touchscreen, über ein dauerhaftes Menü-Element am unteren Bildschirmrand. Funktional, aber eben weniger „blind bedienbar“, als es viele BMW-Fans vermutlich lieben.
Besonders praktisch finde ich die zunehmende Personalisierung über die BMW ID. Nach der ersten Anmeldung per QR-Code-Scan werden persönliche Einstellungen synchronisiert, und das Fahrzeug wird automatisch in der My BMW App hinterlegt. Mit dem optionalen Komfortzugang kommt der BMW Digital Key Plus dazu. Entriegeln und Verriegeln funktionieren dann über Ultra-Wideband (UWB), das Smartphone kann in der Tasche bleiben – Annähern oder Entfernen reicht. Der digitale Schlüssel lässt sich mit bis zu fünf weiteren Nutzern teilen, unabhängig davon, ob sie iOS oder Android nutzen.
Und ja – neben all der Digital-Show hat der X2 auch seine praktischen Seiten nicht vergessen. Der Kofferraum fasst satte 90 Liter mehr als beim Vorgänger. Die Rücksitzlehnen lassen sich serienmäßig im Verhältnis 40:20:40 teilen und umklappen, optional ist auch eine verstellbare Lehnenneigung möglich – je nachdem, ob man mehr Sitzkomfort oder mehr Laderaum will. Der doppelte Ladeboden lässt sich per Gasdruckheber in angehobener Stellung arretieren, was das Be- und Entladen angenehm erleichtert.
Der neue BMW X2 trägt sein eigenständiges Gesicht mit spürbar mehr Selbstbewusstsein. Er macht sofort klar, dass er nicht einfach nur der „X1 mit schickerer Dachlinie“ sein will. Ich persönlich vermisse ein bisschen das BMW-Logo auf der C-Säule der ersten Generation. Das war so ein schöner Retro-Kniff, den BMW sonst eher aus der Historie kennt – und genau dieses kleine Detail hatte für mich Charakter. In der zweiten Generation ist es leider gestrichen worden. Schade eigentlich… mir hat’s echt gefallen.
Im neuen BMW X2 spielt BMW das Thema Assistenzsysteme sehr rund aus, nicht als Technik-Feuerwerk, das man einmal ausprobiert und dann vergisst, sondern als spürbare Entlastung, die auf dem Weg zur Arbeit genauso hilft wie auf langen Etappen. Wer mehr über all die Systeme, die Konnektivität, Preise etc. erfahren möchte, klickt sich gerne zu www.carwalk.de rüber. Hier gehe ich ausführlich ins Detail.