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Testbericht

26. Oktober 2006
Athen, 23. Oktober 2006 – Längere Zeit war es in puncto Geländewagen recht still bei Opel. Der letzte Allrad-Vertreter war der Frontera, der 2003 in den Ruhestand geschickt wurde. Jetzt kommt der Antara. Doch er soll nicht das direkte Erbe des Frontera antreten, sondern als so genannter Crossover (englisch = Überschneidung) – eine Mischung aus PKW und Offroad-Fahrzeug – gleich mehrere Bedürfnisse auf einmal befriedigen. Geschwister in Südkorea gebaut Überschneidungen gibt es in Optik und Technik auch mit dem Schwester-Modell Chevrolet Captiva: Die beiden General-Motors-Kinder sehen sich nicht nur stark ähnlich und haben die gleiche Plattform, sondern werden beide in Südkorea montiert. Doch im Vergleich zum Chevy-Geschwister ist der Opel ausschließlich als Fünfsitzer mit intelligentem Allradantrieb und serienmäßigem ESP zu haben. Nur die Frontscheibe ist gleich Der Antara ist ein schnittiger SUV, der mit der Geländewagen-Kastenform des Frontera nichts mehr gemeinsam hat. Das einzige Gleichbauteil mit dem Captiva ist beim Exterieur übrigens die Frontscheibe. Dass der Antara nicht nur für den Asphalt gut ist, sehen wir auf den ersten Blick. „Ich will los“ drückt die kompakt-kräftige Karosserie des Fünftürers aus. Die Unterfahr-Schutzbleche vorn und hinten verraten, dass der Allradler für einen Gelände-Ausritt gut angezogen ist.

Praktisch: Unlackierte Stoßfänger Eine breite Zierleiste an der Nase verrät die Zugehörigkeit zur Familie Opel. Unlackierte Stoßfänger und eine Rammschutzleiste zeigen, dass hier auch mal Äste streifen dürfen oder eine ungemähte Wiese angegangen werden kann. Schmale, lange Luftkiemen in den vorderen Kotflügeln weisen darauf hin, dass der Schlechtwege-Opel auch durchaus einen dynamischen Charakter hat. Die serienmäßige Dachreling tut ein Übriges für diesen Eindruck. Je nach Ausstattung lässt sich der Auftritt mit 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, verchromten Türgriffe und verchromten Auspuffenden toppen. Leicht erhöhte Sitzposition In der leicht erhöhten Sitzposition des Antara fühlt man sich schnell zu Hause. Leider trüben zu kurze Oberschenkelauflagen und die harten Sitzflächen das Wohlgefühl etwas. Lobenswert ist der gute Seitenhalt des Gestühls. Auf den hinteren Plätzen ist man gut und mit genügend Kopf und Beinfreiheit untergebracht. Mit wenigen Handgriffen lassen sich die Lehnen der Rückbank umklappen. Die Sitzfläche bewegt sich dabei leicht nach vorn. So entsteht eine ebene Ladefläche. Insgesamt bietet das Gepäckabteil je nach Sitzkonfiguration 370 bis 1.420 Liter Stauraum. Handbremsgriff als Bügel Das Cockpit ist mit wertigen Materialien ausgestattet und macht einen soliden Eindruck. Gemeinsamkeiten mit dem Captiva sind nicht zu entdecken: Opel hat ein anderes Armaturenbrett eingebaut. Die Mittelkonsole wird von drei großen Luftdüsen dominiert. Darüber befindet sich das Display des optionalen Navigationssystems. Ein witziges Detail ist der Handbremshebel, der wie ein Bügel geformt ist.

Leder in der Topversion Da unser Testwagen 2.0 CDTI die Top-Ausstattung Cosmo hat, werden wir von einem Lederlenkrad und Lederschaltknauf verwöhnt. Für dieses Ausstattungsniveau sind übrigens auch Ledersitze, Xenonlicht, ein Reifendruckkontrollsystem und automatisch abblendende Spiegel ausschließlich im Paket für 1.490 Euro Aufpreis zu haben. Turboloch beim Diesel Der Zweiliter-Dieselmotor wird zum Marktstart im November 2006 zunächst mit 150 PS angeboten. Eine 127-PS-Variante soll wenig später folgen. Der Selbstzünder kann mit einer Fünfgang-Schaltung oder einer Fünfstufen-Automatik kombiniert werden. Die von uns getestete Schaltung enttäuscht mit langen Wegen und dürfte insgesamt knackiger sein. Der große Diesel ist kräftig, muss aber erst ein Turboloch überwinden, um bei 2.000 Touren ein Drehmoment von 320 Newtonmetern zu liefern. Die Leistungswerte bewegen sich im normalen Bereich: 10,3 Sekunden braucht der Antara 2.0 CDTI auf Tempo 100, die Spitze ist bei 180 km/h erreicht. Starker V6 nur mit Automatik Wer es gern noch dynamischer möchte, sollte sich mit dem 227 PS starken V6-Benziner näher befassen. Der 3,2-Liter-Motor wird nur in Verbindung mit der Automatik und der Ausstattung Cosmo angeboten. Diese Kombination ist nicht schlecht: Der kräftige Otto bewegt das SUV in 8,8 Sekunden in den dreistelligen Tachobereich und reicht für eine Spitze von 203 km/h. Alternativ ist noch ein 2,4-Liter-Benziner mit 140 PS zu haben.

Intelligenter Allradantrieb Für den Alltag auf dem Asphalt ist der Antara gut gerüstet. Das Fahrwerk ist straff abgestimmt und erlaubt auch ambitionierte Kurvenfahrten. Richtig in seinem Element ist der Antara jedoch dort, wo es keine Fahrbahnmarkierungen gibt: Im leichten Gelände. Auf einer grobsteinigen, matschigen Schotterpiste haben wir uns mit ihm sicher gefühlt. Das Geheimnis liegt im variablen Allradsystem: Im Normalfall werden ausschließlich die Vorderräder angetrieben. Drehen diese durch, wird die Kraft blitzschnell auch nach hinten geschickt, wo bis zu 50 Prozent der Antriebskraft anliegen können. Das System arbeitet vollautomatisch und vom Fahrer unbemerkt. Für schwierige Hänge gibt es ein Helferlein: Auf Knopfdruck kümmert sich die elektronische Bergabfahrkontrolle um ein möglichst sicheres Ankommen im Tal, indem der Wagen mit Hilfe des ESP gebremst wird. Integriertes Fahrradträger-System Ausgeklügelte Systeme finden sich für den Antara noch weitere: So beispielsweise das Flex-Fix genannte Fahrrad-Trägersystem. Der Träger lässt sich wie eine Schublade aus dem hinteren Stoßfänger ziehen. Die Einrichtung, die Opel erstmals als Zubehör für den neuen Corsa gezeigt hatte, ist ab 2007 für den Antara zu haben. Ab 26.850 Euro Kommen wir zu den Preisen: Der Antara kostet mit 2,4-Liter-Benzinmotor ab 26.850 Euro, der 150-PS-Diesel ist ab 30.765 Euro zu haben. Die Top-Variante 3.2 V6 steht mit 37.100 Euro in der Liste. Zum Vergleich: Die Höhe des Preises für den Chevrolet Captiva 2.4 beginnt bei 22.490 Euro, allerdings nur mit Frontantrieb und ohne ESP. Der Captiva 3.2 LT 4WD steht als Siebensitzer für 34.990 Euro in der Liste. Ein BMW X3 2.0d ist 36.200 Euro teuer, der 2.5si Automatik schlägt mit 42.200 Euro zu Buche.(hd)
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Technische Daten
Antrieb:permanenter Allradantrieb
Anzahl Gänge:5
Getriebe:Schaltgetriebe
Motor Bauart:Reihen-Dieselmotor
Hubraum:1.991
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:4
Leistung:110 kW (150 PS) bei UPM
Drehmoment:320 Nm bei 2.000 UPM
Preis
Neupreis: 30.765 € (Stand: Oktober 2006)
Fazit
Mit dem Antara könnte Opel die erfolgreiche Rückkehr in das Allrad-Segment gelingen. Das Thema „Crossover“ ist gut umgesetzt: Vor allem, da der Neuling kein knochiger Leiterrahmen-Geländewagen à la Frontera ist, sondern eher ein PKW mit Offroad-Qualitäten. Doch nicht nur die Verpackung, auch der Inhalt überzeugt: Die gute Serienausstattung zu einem vergleichsweise vernünftigen Preis gehört ebenso auf die Haben-Seite wie der intelligente Allradantrieb. Er, und clevere Lösungen wie das Fahrrad-Trägersystem Flex-Fix machen den Antara zum Freizeit- und Alltagsauto zugleich.
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-news, 2006-10-26

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