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Autoplenum, 2011-11-23

Mazda CX-5 2.0 - Neustart ins Glück

Testbericht

Stefan Grundhoff

Die SUV-Platzhirsche Tiguan, Qashqai und X1 können sich ab kommendem Frühjahr auf einen neuen Konkurrenten freuen. Mit dem sehenswerten CX-5 will Mazda die Crossover-Mittelklasse aufmischen – und einen Neuanfang für die Marke starten.

Mazda CX-7 ist gestern – es lebe der CX-5. Eine Klasse kleiner versucht Mazda ab April kommenden Jahres den Großangriff gegen Erfolgsmodelle wie Toyota RAV4, Nissan Qashqai, BMW X1 und besonders den Bestseller VW Tiguan. Die Klasse der kompakten Mittelklasse-SUV ist das derzeit am stärksten wachsende Fahrzeugsegment. Knapp zwei Jahre war bei Mazda tote Hose. Jetzt machen die dynamischen Japaner einen Neuanfang. Der Mazda CX-5 soll die Liga der nicht nur in Deutschland beliebten Mittelklasse-Crossover dabei ordentlich aufmischen. Mit gefälligem Design, sparsamen Triebwerken und einem Hauch MX-5-Fahrspaß soll die Konkurrenz sportlich, aber sparsam ins Kreuzfeuer genommen werden. Marktstart für den Hoffnungsträger ist im April kommenden Jahres. Trotz einer aktuell schwierigen Händlersituation will Mazda im Jahre 2012 mehr als 8.000 CX-5 verkaufen. Das Plansoll scheint dabei eher konservativ kalkuliert, denn überzeugen kann der 4,56 Meter lange SUV auf der ganzen Linie.

„Wir wollten unserem neuen CX-5 den direkten Fahrspaß unseres Klassikers MX-5 mit auf den Weg geben“, hängt Entwicklungs-Ingenieur Joachim Kunz die Trauben für den Tiguan-Konkurrenten hoch. Doch bereits die ersten Testkilometer zeigen, dass die Ingenieure aus Hiroshima und Oberursel einen guten Job gemacht haben. Die Abstimmung von Federn und Dämpfern zeigt sich auch bei schlechter Fahrbahn ausgewogen. Kopfsteinpflaster, wellige Beläge und Löcher im Asphalt werden problemlos hinweggefedert. Trotzdem fährt sich der Allradler alles andere als schwammig oder weich. Die Karosserie neigt sich in schnell gefahrenen Kurven wenig, auch wenn der CX-5 hierbei deutlich untersteuert. Angenehm ist das Geräuschniveau der beiden Triebwerke. Besonders die 2,2 Liter großen Dieselversionen überraschen im niedrigen Drehzahlbereich mit einem kaum zu vernehmenden Motorengeräusch. Wer will, dreht die Selbstzünder jedoch bis an die 5.500-Touren-Marke. Benziner und Diesel der Skyactiv-Generation hat Mazda dabei eng miteinander verwoben.

Hohe Einspritzdrücke und eine identische Verdichtung von 14:1 sollen besonders im Realbetrieb für effiziente Verbrauchswerte sorgen. Während sich der 150 bzw. 175 PS starke Commonrail-Diesel mit zweistufiger Turboaufladung als Allradler mit rund fünf Litern zufrieden geben sollen, verbraucht der zwei Liter große Benziner als Handschalter sechs Liter. „Durch die zahlreichen verbrauchsreduzierenden Maßnahmen gibt sich der Benziner mit 15 Prozent weniger als bisher zufrieden; der Dieselmotor verbraucht sogar 20 Prozent weniger. Auch Dank der i-Stopp-Automatik“, so Joachim Kunz.

Im Gegensatz zu den Dieselvarianten mit 2,2 Litern Hubraum muss der zwei Liter große Benziner ohne eine Turboaufladung seinen Fahrer in den Bann ziehen. Mit 165 PS (Fronttriebler) und 160 PS (Allradler) ist der Mazda CX-5 ausreichend motorisiert. Die Version mit Sechsgang-Handschaltung lässt sich dabei engagierter bewegen als die für 1.800 Euro Aufpreis verfügbare Sechsgang-Automatik. Die beste Wahl erscheint allerdings der Mazda CX-5 2,2 Diesel in der mittleren Ausstattungsvariante Center-Line zu sein. Die 150 Diesel-PS fahren sich deutlich dynamischer als die 160 bzw. 165 PS des Benziners. Zudem erscheint der Unterschied zum 175 PS starken Diesel-Topmodell allzu klein. 0 auf Tempo 100 schafft der gut 1,5 Tonnen schwere Allradler in 9,4 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 197 km/h. Die 2.000 Euro Mehrpreis für den sinnvollen 4x4-Antrieb sollten jedoch in jedem Fall angelegt werden. So startet der gut ausgestattete CX-5 als Allradler mit Handschaltung bei 29.990 Euro. Der 140 PS starke Hauptkonkurrent VW Tiguan 2.0 TDI 4Motion Track & Field kostet mindestens 30.100 Euro. Im Gegensatz zu Mazda gibt es hier statt der optionalen Getriebeautomatik ein Doppelkupplungsgetriebe.

Für insgesamt 2.000 Euro lässt sich der Mazda CX-5 mit den Paketen „Technik“ und „Touring“ aufwerten. Dann gibt es unter anderem Spurwechsel- und Spurhalteassistent, Einparkhilfe, Sitzheizung und Xenonlicht. Serienmäßig ist bei jedem Modell das großzügige Platzangebot vorne und hinten sowie der Laderaum, der im Grundzustand 503 Liter fasst. Mit zwei Griffen im Laderaum lassen sich die bequemen Rücksitze im Verhältnis 40:20:40 umklappen. Dann stehen bis zu 1.620 Liter Stauraum zur Verfügung. Da vermisst keiner einen CX-7, der als Topmodell der CX-Reihe bis auf weiteres im Programm bleiben soll. Störend fallen im Innenraum des Japaners die fehlende Höhenverstellung des Beifahrersitzes und die niedrigen Kopfstützen im Fond auf. Hier haben die Japaner aus alten Fehlern nicht gelernt.

Beim Navigationssystem gibt es nunmehr zumindest eine preislich attraktive Lösung. Das Bildschirmnavigationssystem stammt aus dem Hause TomTom und ist ab der mittleren Ausstattungsvariante Center-Line für 500 Euro Aufpreis fest ins Armaturenbrett integriert. Die Funktionen können den Vergleich mit dem Hightech-Systemen von Volkswagen Tiguan oder BMW X1 nicht aufnehmen, doch per Touch Screen und Controller auf der Mittelkonsole ist zumindest die gute Bedienung gesichert. Wer es besonders günstig möchte: das 165 PS starke Basismodell des frontgetriebenen Mazda CX-5 2.0 G Skyactiv Prime-Line kostet 23.490 Euro.

Quelle: Autoplenum, 2011-11-23