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Testbericht

16. März 2009
Wolfsburg, 16. März 2009 - Die ab September 2009 geltende Euro-5-Abgasnorm wird derzeit nur von etwa zwölf Prozent der Automodelle erfüllt. Doch schon gibt es die ersten Autos, die die erst ab 2014 geltende Norm Euro 6 erfüllen. Allerdings sind das bislang nur zwei Stück: der BMW 330d BluePerformance und der Mercedes E 350 CDI Bluetec. Nun kommt ein drittes Auto hinzu, der VW Passat BlueTDI als Limousine und Kombi. Wir haben das Fahrzeug bereits getestet. Strikte NOx-Grenzwerte für Diesel Benzinermodelle brauchen Euro 6 nicht zu fürchten, denn hier ändern sich die Abgasvorgaben nicht. Bei den Dieseln sinken jedoch die Werte für den Stickoxid-Ausstoß, und zwar deutlich - von 180 auf 80 Milligramm pro Kilometer. Um die NOx-Emissionen so stark zu reduzieren, besitzt der BlueTDI einen so genannten SCR-Katalysator. Das Kürzel steht für Selective Catalytic Reduction und bezeichnet eine Technik, bei der aus Ammoniak (NH3) und Stickoxid (NOx) harmloser Stickstoff (N2) wird. Dazu wird vor dem Katalysator eine Harnstoff-Wasser-Lösung in den Abgaskanal eingesprüht. SCR-Katalysator mit zwei Teilen Diese Flüssigkeit mit dem Handelsnamen AdBlue zerfällt zu Ammoniak, der im SCR-Katalysator mit dem Stickoxid zu Stickstoff reagiert. Der Kat ist ein so genanntes Two-Brick-System, das heißt er besteht aus zwei hintereinander liegenden Teilen mit einer Verengung dazwischen. Normalerweise findet die NOx-Umwandlung im ersten Teil statt, während der zweite für den Kaltstart wichtig ist. Aus strömungsphysikalischen Gründen wird durch die Verengung eine erhöhte Strömungsgeschwindigkeit erzielt. So erreicht der zweite Kat-Teil die Betriebstemperatur früher als der erste und sorgt für niedrige Emissionen nach dem Losfahren.

AdBlue-Nachtanken bei der Inspektion Die AdBlue-Dosierung richtet sich nach der Abgasmenge. Das Motormanagement, von einem NOx-Sensor hinter dem SCR-Kat informiert, sorgt für die genaue Regelung. Die Hilfsflüssigkeit kommt aus einem 17 Liter fassenden Tank im Bereich der Reserveradmulde. Im Mittel wird der Verbrauch bei etwa 0,1 Liter pro 100 Kilometer liegen, glauben die VW-Ingenieure. Das heißt, eine Tankfüllung reicht für 17.000 Kilometer. Geplant ist, dass die Nachfüllung jeweils im Zuge der regelmäßigen Inspektion erfolgt. Geringer Spritverbrauch Der Diesel des BlueTDI leitet sich von dem 140 PS starken 2.0 TDI mit Common-Rail-Einspritzung ab. Die Leistung der Euro-6-Variante ist um drei PS höher und auch das Drehmoment liegt mit 350 Newtonmeter oberhalb des normalen Werts. Damit fährt sich der BlueTDI sehr schwungvoll - auf Fahrspaß braucht man hier keineswegs zu verzichten. Die Fahrleistungen bleiben gegenüber der Normalvariante fast unverändert. Der vom Hersteller angegebene Spritverbrauch sinkt leicht von 5,7 auf 5,5 Liter je 100 Kilometer. Das ist ein guter Wert. Der gleich starke BMW 318d touring verbraucht zwar laut Werksangabe nur 4,8 Liter und auch der Audi A4 Avant 2.0 TDI mit 143 PS benötigt nur 5,4 Liter. Doch alle anderen Mittelklasse-Kombis dieser Leistungsklasse liegen darüber, und ein C 200 CDI T-Modell mit 136 PS benötigt laut Mercedes schon glatte sechs Liter. Ab rund 30.000 Euro Die genannten Werte beziehen sich auf die serienmäßige Sechsgang-Schaltung. Die optional angebotene Version mit Sechsgang-DSG für 2.075 Euro Aufpreis verbraucht mit 5,9 Liter spürbar mehr als die Schaltvariante. Neben der Auswahl bei den Getrieben darf der Kunde zwischen Limousine und Kombi wählen und auch bei den Ausstattungen: Der BlueTDI kann in den Versionen Trendline, Comfortline, Sportline und Highline bestellt werden. Den Variant BlueTDI gibt es mit Handschaltung ab 30.375 Euro. Zum Vergleich: Den BMW 318d touring, der zwar nur die Euro-5-Norm erfüllt, dafür aber sparsamer ist, gibt es erst ab 32.700 Euro. Etwas günstiger als der VW ist der Toyota Avensis Combi 2.2 D-4D zu Preisen ab 28.950 Euro - auch er ist jedoch nur nach Euro 5 eingestuft.

1.350 Euro Aufpreis für ein gutes Gewissen Der Aufpreis gegenüber dem normalen TDI für 29.025 Euro beträgt 1.350 Euro. Finanzielle Vorteile erhält man dafür kaum. Die Steuerbefreiung ist für Euro 6 die gleiche wie für Euro 5. Auch kann man den Mehrpreis wohl kaum durch den um 0,2 Liter niedrigeren Herstellerverbrauch wieder hereinfahren. Wem es ums Spritsparen und ums Geld geht, der kauft also besser den Passat Variant BlueMotion. Dafür fährt man den BlueTDI mit dem guten Gefühl, in puncto Stickoxide umweltfreundlicher als andere unterwegs zu sein. Sogar im Vergleich zu Euro-5-Benzinmotoren schneidet der BlueTDI hier gut ab. Diese müssen einen Grenzwert von 60 Milligramm pro Kilometer einhalten. Der BlueTDI liegt laut VW bei rund 50 Milligramm. Beim Thema Kohlendioxid muss sich der BlueTDI in seiner Klasse allerdings vom Volvo V50 1.6 DRIVe oder dem erwähnten BMW 318d touring geschlagen geben.
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Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Anzahl Gänge:6
Getriebe:Schaltung
Motor Bauart:Turbo-Reihendiesel, Common-Rail-Direkteinspritzung
Hubraum:1.968
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:4
Leistung:105 kW (143 PS) bei UPM
Drehmoment:350 Nm bei 1.750 - 2.500 UPM
Preis
Neupreis: 30.375 € (Stand: März 2009)
Fazit
Was die Stickoxide angeht, gehört der Passat BlueTDI zu den saubersten Dieseln auf dem Markt, insofern ist VW zu loben. Beim Vergleich der CO2-Emissionen - ebenfalls ein wichtiges Umweltthema - ist der BlueTDI zwar gut, aber nicht so konkurrenzlos wie bei den giftigen Stickstoffverbindungen. Ob das Auto reißenden Absatz finden wird, darf deshalb bezweifelt werden. Vor allem erhält man kaum finanzielle Vorteile für den Aufpreis gegenüber einem normalen TDI. Und die meisten Autofahrer denken gerade in der Krise wohl eher an ihren Geldbeutel als an die Umwelt.
Testwertung
4.5 von 5

Quelle: auto-news, 2009-03-16

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